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Fortgeschrittene Yogapraktiken Haupt-Lektionen
Lektion 232 - Meditation und automatisches Yoga (ein Dialog)
Von: Yogani Datum: Donnerstag 26.08.2004 - 16:06 Uhr Neue
Besucher: Es wird empfohlen, das Archiv von Anfang an zu lesen, da die
vorherigen Lektionen Voraussetzung für diese Lektion sind. Die erste Lektion
lautet: "Warum diese Erörterung?" F1:
Ich
habe meine heutige Erfahrung mit der AYÄM-Meditation aufgezeichnet. Ich
fange gerade erst an, also bin ich noch nicht so weit gekommen. Die
Erfahrung war großartig, wie man so schön sagt. Ich führe ein Tagebuch über
meine Erfahrungen. Ich habe meine Erfahrung kopiert und hier eingefügt. Ich
wollte herausfinden, ob das, was ich erlebt habe, "normal"
ist. Ich danke
dir. 16. August 2004, 8:34-8:55 Zweiter Versuch im
AYÄM. Das erste Mal habe ich es im Bett liegend gemacht. Ich habe es etwa 20
Minuten lang gemacht und bin dann eingeschlafen. Ich habe nichts
Spektakuläres bemerkt. Wahrscheinlich war es keine gute Idee, es im Bett zu
machen, da es zu entspannend ist und ich schläfrig war, als ich es machte. Ich hatte Kaffee getrunken und nichts gegessen, bevor ich begann: Beim zweiten Mal saß ich am Samstag in meinem Bürostuhl bei
geschlossenen Türen. Handflächen auf den Oberschenkeln. Nach einiger Zeit
hatte ich das Gefühl, als würde ich aus dem Kopf schweben, aber nur ganz
kurz. Es fühlte sich an wie ein Schwebegefühl. Das passierte zweimal. Dann, nach einiger Zeit, durchflutete ein überwältigendes Kribbeln
meinen Körper und wurde immer stärker. Ich merkte, wie sich meine Atmung
damit veränderte. Es war intensiv wie eine Welle, ähnlich den Wellen der
Ekstase, die man erlebt, wenn man sich dem Orgasmus nähert. Es war eindeutig
sexueller Natur und durchzog meinen ganzen Körper, nicht nur einen Bereich. Als es das erste Mal anfing, ähnelte es aber auch dem Gefühl, das
man bekommt, wenn man eine aufregende Erfahrung macht, die einem Gänsehaut
und Schmetterlinge im Bauch beschert. Ähnlich dem, was man als Adrenalinstoß
bezeichnen könnte, aber ein guter Adrenalinstoß. Dieses prickelnde Gefühl
der Erregung führte bald zu den oben beschriebenen Wellen der Ekstase. Nach einigen Momenten war es fast so, als könnte ich nicht mehr, und
dann ließ es für einige Momente nach. Dann kam eine zweite Welle wie die
erste. Ich machte tatsächlich ein paar verbale Geräusche wie einen Seufzer
oder ein Stöhnen, als es weiterging und meine Atmung wurde schwerer und
tiefer. Ich bemerkte auch, dass ich das Gefühl hatte, zu zittern, aber ich
bin mir nicht sicher, ob mein Körper tatsächlich zitterte oder ob es sich
nur so anfühlte. Nachdem diese zweite Welle vorbei war, war ich
aus irgendeinem Grund bereit, vielleicht sogar ängstlich, die Sitzung zu
beenden, aber ich war mir bewusst, dass ich dies volle zwanzig Minuten lang
tun sollte. Ich schaute auf die Uhr und sah, dass ich noch etwas mehr als 5
Minuten vor mir hatte, also setzte ich die Sitzung fort. Nach einigen
Augenblicken kam wieder das oben beschriebene Gefühl, aber dieses Mal war es
ruckartiger und nicht so sanft wie bei den ersten beiden. Ich spürte diesen
Ruck zweimal. Nach einigen Augenblicken beendete ich die Sitzung, die
insgesamt etwa 20 Minuten dauerte. Ich nahm mehrere tiefe Atemzüge und
blieb, wie empfohlen sitzen und ruhte mich aus, dann schrieb ich alles auf,
damit ich nichts vergesse. A1:
Danke, dass du schreibst und dich
mitteilst. Du hast einen sehr guten Start hingelegt, indem du
gleich den Unterschied zwischen Meditation im Liegen und im Sitzen
herausgefunden hast! Behalte im Hinterkopf, dass deine Erfahrungen im Laufe
der Zeit variieren werden, manchmal sehr tief, manchmal mit viel Energie
(sogar sexuell - darüber wirst du in späteren Lektionen mehr lesen),
manchmal öde und manchmal ein bisschen unruhig. Alle Erfahrungen sind
richtig, solange wir das einfache Verfahren der Meditation favorisieren. Was
wichtig ist, ist eine langfristige tägliche Praxis. Das ist es, was unser
Nervensystem reinigt und öffnet. Siehe Lektion #180 mit einer Antwort für
jemanden, der einen so starken Start hatte wie du. Unsere
Erfahrungen während des Übens sind größtenteils auf die Reinigung unseres
Nervensystems zurückzuführen und können sehr unterschiedlich sein. Selbst
ekstatische Erfahrungen sind größtenteils Reinigung. Alles hängt davon ab,
wie die Eindrücke vergangener Handlungen in uns gelagert sind. Es gibt dafür
keine Buchführung, und alles, was wir tun müssen, ist unser Übungsprozess,
und die Reinigung und Öffnung geschieht. Hänge dich also nicht zu sehr an
Erfahrungen, die während der Meditation auftreten. Die Praxis ist gut, wenn
wir uns an den Ablauf halten, egal, was im Sitzen passiert. Natürlich lieben
wir alle glückselige und ekstatische Erfahrungen. Genieße sie, wenn sie
eintreten. Aber vergiss nicht, dass die Erfahrungen Symptome sind, nicht die
Praxis selbst. Wir wollen uns nicht durch aufkommende Erfahrungen von
unserer Praxis ablenken lassen. Wenn also Erfahrungen auftauchen, bemerken
wir sie und wenden uns wieder der Praxis zu, die wir gerade ausüben. Das ist
es, was uns auf dem Weg zur Erleuchtung weiterbringt. Beim Durchlesen wirst
du auf viele Lektionen stoßen, in denen dieses Thema aus verschiedenen
Blickwinkeln behandelt wird. F2:
Vielen Dank. Ich bin etwas
erleichtert zu wissen, dass ich nicht unbedingt damit rechnen muss, diese
Erfahrung zu wiederholen. Sonst hätte ich vielleicht gedacht, dass ich etwas
falsch mache, wenn beim nächsten Mal nichts passiert. Ich habe
gerade Lektion #39 & #41 über Pranayama gelesen, was ich noch nicht
ausprobiert habe. Ich habe an jenem Morgen vor Beginn meiner Meditation mit
AYÄM eine gewisse Zeit lang tief geatmet. Vielleicht war das ein Grund
dafür, dass meine Erfahrung so dramatisch war. Ich nehme an einem
anderen Kurs teil, in dem der Klang OOMM gechantet wird. Ich habe es in
letzter Zeit nicht mehr gemacht, aber ich dachte, ich fange wieder damit an.
Ich habe eine der Fragen und Antworten gesehen, in der du den Unterschied
zwischen "AYÄM"
und "OMM"
erklärst, wobei letzteres zirkulär ist. Ich frage
mich nun, ob ich nach der Meditation noch eine Weile warten sollte, um mein
OMMM zu chanten. Ich habe einige Fragen: Kannst du mir
sagen, wann ich mit dem Pranayama der Spinalatmung beginnen sollte? Das
heißt, gibt es eine bestimmte Anzahl von Tagen, an denen man die
AYÄM-Meditation gemacht haben sollte, bevor man die Pranayama-Übung macht?
Ist es außerdem ratsam, eine Eieruhr zu stellen, damit ich weiß, wann meine
20 Minuten um sind? Ist es notwendig, die Übung 2x am Tag zu machen, um
optimale Ergebnisse zu erzielen? Gibst du irgendwo in den Fragen und
Antworten an, warum der Lotussitz besser ist als das Sitzen auf einem Stuhl? Ich bin wirklich überrascht, wie kraftvoll diese Mediationstechnik
ist. Ich kann es immer noch nicht glauben. Ich habe mich schon immer
gefragt, welche Bedeutung der Ausdruck I AM [phonetisch engl. Original] in
der Bibel hat. Jetzt bin ich noch neugieriger und möchte noch einmal alle
Stellen durchgehen, an denen es erwähnt wird. Mein Mann wird es
jetzt im Sitzen versuchen. Auch er hatte es bisher nur im Liegen probiert
und ich bin gespannt auf seine Ergebnisse. Ich habe ihm nicht von meinen
erzählt, weil ich nicht wollte, dass er ein bestimmtes Ergebnis erwartet. A2:
Da du gerade erst angefangen hast und schon viel passiert ist,
wäre es klug, deine Meditationspraxis mindestens ein paar Wochen lang zu
stabilisieren, bevor du Pranayama hinzufügst. Dann hast du eine gute Basis,
von der aus du expandieren kannst. Wenn du dir die Lektionen durchliest,
wirst du viel über "Selbstabstimmung"
erfahren, die für den Erfolg im Yoga
unerlässlich ist. Die erste Lektion dazu (#38) mit dem Titel "Wie ist deine
zeitliche Entwicklung?"
hast du bereits gesehen. Ein sehr wichtiges Thema -
wichtiger als jede einzelne Übung. Ohne einen fähigen Fahrer wird das Auto
sein Ziel nicht erreichen. Selbstabstimmung gilt auch für die
Übernahme anderer Praktiken außerhalb von AYP, was von vornherein riskant
ist, weil die Auswirkungen in Kombination mit AYP-Praktiken unvorhersehbar
sein können. Du bist für deine Reise verantwortlich. Gehe maßvoll vor und
stabilisiere immer erst, was du hast, bevor du weitergehst. Jeder Mensch ist
anders. Die Stabilisierung kann Wochen oder Monate dauern. In manchen Fällen
(wie bei den Mantraerweiterungen und den fortgeschrittenen
Pranayama-Kumbhaka-Methoden, die später in den Lektionen behandelt werden)
kann es auch Jahre dauern. Ein paar Tage reichen selten aus. Selbst
Yoga-Experten/innen müssen ihre Praktiken vorsichtig dosieren, um den vielen
Erfahrungen Rechnung zu tragen, die aufkommen, wenn das Nervensystem die
Phasen der Reinigung durchläuft. Stille also deinen Wissensdurst, indem du
weiterliest, aber baue deine Routine ganz allmählich auf, damit du
langfristig in deinen Übungen beständig bleiben kannst. Nur so kann
Erleuchtung entstehen. Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Es
ist in Ordnung, eine Eieruhr für die Meditation zu benutzen, aber mach dich
nicht zu sehr von ihr abhängig. Am besten ist es, die innere Uhr für die
Zeitmessung zu entwickeln und bei Bedarf gelegentlich auf die Uhr zu
schauen. Sobald wir diese "innere Uhr"
entwickelt haben, ist die Eieruhr
nicht mehr unser einziges Mittel zur Zeitmessung. Auf diese Weise bist du
nicht mehr aufgeschmissen, wenn du deine Eieruhr nicht dabei hast. Siddhasana (nicht Lotus) ist die Art des Sitzens, auf die sich die
Lektionen hinentwickeln. Du wirst sehen, warum, wenn du weiterliest. Es ist
eine einfache und kraftvolle Übung, um die ekstatische Energie zu erwecken.
Die Kultivierung von innerer Stille und ekstatischer Energie und ihre
natürliche Vereinigung (innere Liebesbeziehung von "Shiva und Shakti"
oder "Vater und heiligem Geist"
) ist der Schlüssel zur spirituellen
Transformation des Menschen. Zum Thema "Zweimal am Tag"
lies
Lektion #148. Auf viele deiner Fragen findest du Antworten im
Themenindex
auf der Website oder über die Suchfunktion. Ich helfe dir gerne bei allen
Fragen, auf die du keine zufriedenstellende Antwort finden kannst. Die Methoden in den Lektionen sind die einfachsten und wirkungsvollsten,
die mir in mehr als drei Jahrzehnten auf dem Weg begegnet sind, ganzheitlich
zusammengefasst in einem System von Praktiken. Also, ja, das ist alles sehr
kraftvoll. Nutze eine gute Selbstabstimmung, vermeide Abzweigungen (viele
davon werden dich in Versuchung führen) und du kannst auf lange Sicht sehr
weit damit kommen. Viel Spaß! F3:
Nochmals vielen Dank. Gestern
wurde ich wieder von Wellen überspült, die sich, wie ich es am besten
beschreiben kann, wie ein elektrischer Strom anfühlten. Ich bemerkte, dass
sich meine Atmung jedes Mal wenn dies geschah, veränderte und mich
veranlasste, tiefer zu atmen, was ich sofort korrigierte. Bald stellte ich
fest, dass ich die Wellen nach Belieben kontrollieren konnte. Ich war mir
nicht sicher, ob ich sie zulassen oder unterbinden sollte. Ich
bemerkte auch, dass mein Kopf beide Male anfing, sanft vor und zurück zu
schaukeln und dann schließlich in Form einer 8 hin und her zu schwanken.
Nachdem ich diese Erfahrung gemacht hatte, suchte ich nach "Schaukeln"
und
fand, dass einer deiner Schüler ebenfalls ein Schaukeln erlebte, allerdings
mit dem ganzen Körper. Ich habe in deinen Antworten gelesen, dass all diese
Empfindungen nicht vom eigentlichen Ziel ablenken sollen. Heute
habe ich zum ersten Mal im Lotussitz meditiert, mit dem Rücken gegen die
Couch gelehnt. Das war nicht so bequem und lenkte mich ein paar Mal ein
wenig ab, aber ich schaffte es, meine Aufmerksamkeit von dem Unbehagen
abzuwenden und mich auf die Meditation zu konzentrieren. Die elektrischen
Wellen kamen wieder, aber dieses Mal waren sie viel subtiler. Und als sich
die Atmung wieder verstärkte, stoppte ich sie sofort, besänftigte sie und
blieb ruhig. Ich verzichtete auf die Eieruhr und schaute wieder
auf die Wanduhr. Ich glaube, ich war wegen der Position, in der ich mich
befand, ein bisschen ängstlicher, die Sitzung zu beenden. Als sie vorbei
war, war mein unteres Bein eingeschlafen. Ich habe keine Anweisung gesehen,
wann wir den Lotussitz beginnen sollen. Ich habe mir Lektion #33 angeschaut.
Ich werde ein paar Übungen machen, um meine Gelenke etwas zu lockern, die
ich noch aus der Ballettschule von früher kenne. Ich hatte immer noch das
Gefühl, dass meine Mediation gut war, auch wenn sie nicht ganz so
geschmeidig war wie in der sitzenden Position. A3:
Du hast die
klassischen Symptome von "automatischem Yoga"
, wie ich es nenne und das
schon nach ein paar Tagen der Meditation. Es versteht sich von selbst, dass
du dafür "verdrahtet"
bist, weil du in früheren Leben mit Yoga gearbeitet
hast. Wir alle sind aufgrund unseres menschlichen Nervensystems dafür
verdrahtet. Einige haben eine höhere neuronale Leitfähigkeit als andere,
weil sie zuvor direkt an den Schaltkreisen gearbeitet haben. Du bist eine
von ihnen und machst jetzt da weiter, wo du aufgehört hast. Wir alle haben
die gleiche Reise und das gleiche Ziel - die Reinigung und Öffnung unseres
Nervensystems für unendliche ekstatische Glückseligkeit und ausströmende
göttliche Liebe. Mit automatischem Yoga meine ich körperliche,
geistige und emotionale Tendenzen, die aus dem Nichts auftauchen und
scheinbar nichts mit der Praxis zu tun haben, die wir gerade machen. Das
passiert, weil Yoga durch unser gesamtes Nervensystem hindurch verbunden
ist. Das wird später in den Lektionen genauer erklärt, insbesondere bei der
Erörterung der "acht Glieder des Yoga"
. Für den Moment solltest du einfach
wissen, dass deine wachsende Sehnsucht, zu lernen, zu üben, mehr zu tun
usw., von den wenigen Tauchgängen in das reine Glückseligkeitsbewusstsein im
Inneren herrührt. Das gilt auch für das Beugen der Beine, die Atemsymptome
und die Kopfbewegungen. Ziemlich erstaunlich, nicht wahr? Die Lektionen
werden dir helfen, all diese Tendenzen Schritt für Schritt in eine sichere
und effektive Übungsroutine zu lenken. Wenn in der Meditation
Bewegungen oder tiefes Atmen aufkommen, versuchen wir nicht, sie
aufrechtzuerhalten oder sie zu verdrängen. Wir kehren einfach leichtgängig
zur Meditation zurück und greifen das Mantra auf, egal auf welcher Stufe der
Verfeinerung wir es verlassen haben, und lassen es weiter verfeinern. Während der Meditation wird die Atmung normalerweise sehr ruhig, da
sich der Stoffwechsel stark verlangsamt. Wenn sie tiefer wird oder sich
beschleunigt, könnte das mit ekstatischen Energien zusammenhängen, die sich
zu bewegen beginnen. Beschäftige dich nicht damit, denn es lenkt deine
Aufmerksamkeit von dem einfachen Prozess der Meditation ab. Wenn du mit der
Spinalatmung beginnst (eine separate Übung, die vor der Meditation
durchgeführt wird), hast du die Möglichkeit, die ekstatischen Energien auf
eine progressive und ausgewogene Weise zu kultivieren. Favorisiere das
Verfahren zur Verwendung des Mantras während der Meditation gegenüber allem,
was sonst noch auftaucht. Das Gleiche gilt für Kopfbewegungen und andere
Symptome, die auftreten können - lass sie leichtgängig zugunsten der
Meditation los. Sehr viel später in den Lektionen wirst du sehen, dass auch
Kopfbewegungen Teil der Übungen sein werden, und zwar in Form einer
fortgeschrittenen Methode namens "Kinnpumpe"
. Aber das kommt erst später. Du
stehst noch am Anfang. Geh einen Schritt nach dem anderen. Favorisiere die
Übung, die du gerade machst, egal, was sonst noch aufkommt. Wenn einige
dieser Dinge so stark werden, dass sie deine Meditationszeit zu dominieren
scheinen, dann sei einfach locker und lass deine Aufmerksamkeit ein paar
Minuten lang bei den Bewegungen oder Empfindungen (ohne sie zu fördern),
ohne das Mantra aufzugreifen. Das wird helfen, den Energiefluss zu
stabilisieren. Nach ein paar Minuten kannst du dann zur Meditation
zurückkehren. In den Lektionen wird der Lotussitz (Füße auf den
Oberschenkeln) nicht gelehrt. Wir verwenden stattdessen Siddhasana, was eine
direktere Methode zur Kultivierung der ekstatischen Energien im Inneren ist.
Sobald du Spinalatmung, Mulabandha und Sambhavi hinter dir hast, kommst du
zu Siddhasana. Es ist gut, wenn du schon jetzt die Beine lockerst. Aber du
brauchst die Füße nicht auf die Oberschenkel zu legen - gewöhne dich einfach
daran, die Beine zu verschränken und die Zehen ein wenig darunter zu ziehen,
wie in Lektion #33 beschrieben. So schaffst du die Grundlage für alles, was
noch kommt, mit einem Minimum an Ablenkung für die Meditation. Wenn es zu
ablenkend wird, kannst du die angewinkelten Beine etwas lockern. Versuche es
mit einem eingeklappten Bein, bis zwei funktionieren. Probiere die
verschränkten Beine nur bei einer von zwei Sitzungen am Tag. Es ist ein
allmählicher Prozess der Anpassung, der Wochen oder Monate dauern kann. In
der Zwischenzeit solltest du es beim Meditieren so bequem wie möglich haben.
Mit der Zeit wird das Sitzen mit verschränkten Beinen völlig natürlich und
unbemerkt sein. Das gilt auch für Siddhasana, abgesehen von der Quelle der
unendlichen Ekstase, die daraus emporsteigt. Nun, das ist ein anderes Thema. Das Timing für die Einführung neuer Praktiken wird im Laufe der
Lektionen besprochen. Das hat vor allem mit deiner Fähigkeit zu tun, die
Dinge zu verinnerlichen. Deshalb werden auch keine bestimmten Zeiten
angegeben. Jeder Mensch ist anders. Das Wichtigste ist, dass du dir selbst
nicht zu weit voraus bist. Selbst das ist auf kurze Sicht kein
Weltuntergang, solange du weißt, dass du dich zurücknehmen musst, wenn du
der Fähigkeit deines Nervensystems, neue Praktiken zu verdauen, ein wenig zu
weit voraus bist. Es ist ein Prozess des ständigen Ausprobierens, des
Voranschreitens und des Zurücktretens - ein schrittweises Erlernen dieses
wunderbaren, wandelbaren spirituellen Vehikels, in dem wir leben - dem
menschlichen Nervensystem! F4:
Ich habe den Artikel über die
Kinnpumpe (#139) kurz überflogen und es scheint, dass er etwas sehr
Ähnliches beschreibt wie das, was mir passiert ist. Das ist
ziemlich spannend, aber ich möchte es Schritt für Schritt angehen, wie du
empfohlen hast, also habe ich ihn nicht im Detail gelesen. Es gibt so viele
Artikel, dass es auf jeden Fall sehr schwierig wäre, anders vorzugehen.
Gestern habe ich zum ersten Mal die Meditation zweimal gemacht. Meine Beine
waren nur gekreuzt. (Ich habe den Lotussitz noch nicht einmal ausprobiert
und bin froh zu hören, dass er nicht von uns erwartet wird). Das Sitzen mit
gekreuzten Beinen hat mich wieder sehr abgelenkt, aber sobald ich in die
Meditation hineingekommen bin, wurde es ruhiger. Ich frage mich,
was es mit der Meditation über "I AM"
[phonetisch engl. ~ wie "AYÄM"] auf
sich hat. In den letzten Wochen, bevor ich deine Yahoo-Gruppe und deine
Website gefunden habe, habe ich den ganzen Tag über eine mentale Affirmation
gemacht: "Ich bin im Einklang mit Christus"
. Ich habe sogar einen
Kissenlautsprecher unter meinem Kopfkissen, auf dem ich diese Affirmation
spreche. Der Grund dafür war, dass ich in einem der Bücher, die ich gerade
lese (ich lese Spalding über die Siddha-Meister, Collier, Trine und Hill,
deshalb bringe ich sie manchmal durcheinander), gelesen hatte, dass einer
der Gründe für Krankheit, Stress usw. darin liegt, dass wir nicht im
Einklang mit Christus sind. Außerdem sprechen sie alle davon, dass wir
göttlich sind, dass Gott in uns ist. Ich vermute, ich bin wie viele Menschen
mit der Vorstellung aufgewachsen, dass er irgendwo da oben ist, getrennt von
uns. Manchmal denke ich in meiner Meditation an Gott, während ich
AYÄM denke, dann meditiere ich abwechselnd nur über die Worte "AYÄM"
, ohne
an Gott zu denken. Ich bin mir also unsicher, wie ich denken/fühlen soll,
wenn ich "AYÄM"
denke. In meiner zweiten Sitzung gestern Abend
schien es, als würde ich für ein paar Sekunden aus der Meditation über die
Worte heraus und nach vorne in einen Kreis mit Farben treten, ohne Worte
oder Gedanken. Es war wie eine vollständige Trennung von Gedanken und
Körper. Aber es war nur für Sekunden und dann war ich wieder da und dachte
AYÄM. Das passierte ein paar Mal ganz kurz. Ich wollte es weiter erforschen,
aber es passierte nicht wieder. Es war, als ob ich an der Grenze zu etwas
war, aber nicht ganz dorthin gelangen konnte. Während der Mediation heute
Morgen spürte ich dann dieselbe Trennung, aber dieses Mal bewegte ich mich
nicht in einen Kreis, sondern fühlte mich, als würde ich rückwärts fallen
und in diese Trennung hineinschweben. Wieder war jeder Gedanke an das AYÄM
und meinen Körper vergessen. Es war so "still"
. Ich wollte, dass es wieder
länger anhält, aber ein paar Mal dauerte es nur ein paar Sekunden. Zum
ersten Mal, seit ich mit der Meditation begonnen hatte, war ich nicht
ängstlich und wollte aus der Meditation herauskommen. Ich war zufrieden
damit, dort zu bleiben, aber ich beendete die Meditation nach 20 Minuten,
weil du mir das geraten hast. Ich habe eine Frage, die mich
verwirrt, selbst wenn ich meditiere: Soll ich an Gott denken,
während ich über AYÄM meditiere, oder soll ich versuchen, nur über AYÄM zu
meditieren, ohne an die Bedeutung ["I AM" phonetisch engl. ~ "AYÄM"] oder an
Gott oder meine göttliche Natur zu denken? Sollte ich versuchen, die
Meditation von den Gedanken an Gott zu trennen? Ich wollte mich
über etwas Neues informieren, das letzte Nacht passiert ist.
Gestern und letzte Nacht ist mir aufgefallen, dass meine Atmung manchmal so
schwach war, dass ich einmal dachte, ich hätte aufgehört zu atmen. Aber das
Neueste ist, dass letzte Nacht der Bereich in meinem Solarplexus so stark
nach innen gedrückt wurde, dass es sich anfühlte, als läge mein gesamter
Brustkorb frei und der Bereich in der Mitte unter dem Brustbein würde nach
innen gehen. Es muss tatsächlich nach innen in Richtung Rücken gezogen
worden sein, denn ich konnte die Bewegung unter meiner Brust spüren. Es war
nicht schmerzhaft, nur sehr intensiv. Ich dachte nicht, dass ich die Luft
anhielt und kann mich heute Morgen nicht mehr genau daran erinnern, wie
meine Atmung war, als das passierte. Ich hätte mir gleich danach Notizen
machen sollen. Also frage ich mich natürlich wieder, ob du schon mal davon
gehört hast? A4:
Das Mantra wird nur für den Klang verwendet,
nicht für die Bedeutung. Im Themenindex findest du unter "Mantra - Sprache
und Bedeutung"
mehrere Lektionen dazu. Eine andere Schreibweise für das "I
AM"
-Mantra [aus engl. Originallektionen] ist "AYAM"
[aus engl.
Originallektionen]. Die Betonung ist dieselbe. All das schmälert nicht die
Bedeutung und die Mystik des christlichen Satzes "ICH BIN"
. Wenn wir es als
Mantra verwenden, kommt es auf die Schwingung an und nicht auf die englische
Bedeutung. Auch mein Hintergrund ist christlich. Wenn also in der
Meditation Gedanken über die Bedeutung von AYÄM [phonet. engl. ~ "I AM"]
oder Gott oder was auch immer aufkommen, behandeln wir sie einfach wie alle
anderen Gedanken, die aufkommen, und kehren leichtgängig zum Mantra zurück.
Das Gleiche gilt für alle Erfahrungen, die wir in der Meditation machen,
egal wie ekstatisch, grundlegend, aufschlussreich, seltsam oder dramatisch -
wenn wir merken, dass wir in etwas hineingeraten sind, egal was, kehren wir
leichtgängig zum Mantra zurück. Das ist der Ablauf der Meditation. Ah, du hast bemerkt, dass sich die Atmung verlangsamt und fast zum
Stillstand kommt. Wie wie bereits erwähnt, das ist normal. Das
Zwerchfell, das sich nach innen und oben zieht, ist ein weiteres dieser
automatischen Yogas. Er wird "Uddiyana"
genannt. Erörterungen dazu findest
du in der Rubrik Praktiken (oben) im
Themenindex unter "Uddiyana/Nauli"
. Mach es Schritt für Schritt und genieße es! F5:
In
anderen Ländern, in anderen Sprachen verwenden sie also auch "I AM"
[engl.
Originallektionen] und nicht ihre Übersetzung von "I AM"
[engl.
Originallektionen]? Ich habe gerade kurz den Artikel über
Uddiyana gelesen, auf den du dich bezogen hast. Es ist so unglaublich, dass
mein Körper all diese Dinge von selbst tut. Obwohl ich es noch nicht erwähnt
hatte, drückt meine Zunge auch gegen den vorderen Teil meines Gaumens. Ich
wusste nicht, dass man das bewusst tun kann. Ich schätze, was auch immer
mein Körper von jetzt an tun wird, ich kann davon ausgehen, dass er es
besser weiß als ich. Ich versuche, alles Schritt für Schritt zu
befolgen. Wenn mein Körper in all diese Dinge von sich aus hineingeht,
besteht dann die Gefahr, dass ich mich nicht richtig entwickle, weil ich die
Dinge anscheinend nicht in der richtigen Reihenfolge tue? Ich denke ich
fange damit an, nur die Mediation zu machen. Diese Dinge passieren einfach
von selbst. Es sind auch noch andere Dinge passiert, von denen ich
vielleicht später erfahre, dass sie automatisches Yoga sind. A5:
Ja, da wir den Klang von I AM [engl. Originallektionen] (AYÄM) verwenden und
nicht die Bedeutung, ist eine Übersetzung der Bedeutung in andere Sprachen
nicht ratsam. Der Klang hat eine universelle schwingende Resonanz im
menschlichen Nervensystem. Deshalb nenne ich es ein universelles Mantra. Ah, die Zunge ist nach oben gegangen? Das nennt man
"Kechari"
, ein
sehr wichtiges Element, über das wir in den späteren Lektionen viel
sprechen. Du kannst es im Themenindex nachschlagen. Angesichts
all dessen, was da passiert, kann ich verstehen, dass du dir Gedanken
darüber machst, wie du es schaffen kannst die Entwicklung zu verwalten. Ich
empfehle dir, es gar nicht erst zu versuchen. Mach einfach deine Übungen wie
geplant und nimm in neue Übungen in den kommenden Monaten und Jahren nach
und nach auf, wobei die Priorität darin liegt, eine stabile Praxis zu
etablieren. Was auch immer als automatischer Yoga aufkommt, betrachte es mit
Gleichmut und bleibe mit einer strukturierten, täglichen Praxis langfristig
auf Kurs. Wenn du das tust, werden sich all diese Dinge zu gegebener Zeit
ganz natürlich zusammenfügen. In Anbetracht deiner schnelllebigen
Situation empfehle ich dir, vor allem Geduld und Selbstabstimmung im Geiste
zu behalten. Wenn du versuchst, alles gleichzeitig unterzubringen, wird das
sehr schwierig sein. Du hast viele Gaben des Yoga, die dort sprießen. Wenn
du deinen Garten Tag für Tag mit Sorgfalt pflegst, wirst du weit kommen. Denke immer daran, dass die wichtigste Praxis die Tiefenmeditation
ist. Sie ist es, die unser Fundament der inneren Stille unter all dem
äußeren Trubel kultiviert. Ohne sie werden wir im Wind herumfliegen, ohne
Zentrum, egal wie viel automatisches Yoga bei uns passiert. Innere Stille
(reines Glückseligkeitsbewusstsein) ist der Schlüssel zu jedem Fortschritt
im Yoga. Wie es in den Psalmen heißt: "Sei still und wisse, dass
ich Gott bin."
F6:
Vielen Dank für deine Antwort auf meine vielen
Fragen. Ich war ein wenig besorgt darüber, wie ich mit diesen Dingen umgehen
soll, aber das wurde durch deine Antwort nun beruhigt. Ich werde methodisch
vorgehen, als ob diese Dinge nicht passieren würden. Gestern habe
ich die Meditation (mit Spinalatmung) nur einmal und nicht zweimal gemacht.
Ich hatte schon seit einigen Tagen Schwierigkeiten, meinen Geist und meine
Energie auf die alltäglicheren Aufgaben zu konzentrieren, die meine Arbeit
erfordert. Ich hatte keine Motivation, meine Arbeit zu erledigen, und
dachte, dass das vielleicht eine Folge der Mediation sein könnte. Ich
erinnere mich, dass du gesagt hast, dass es ratsam ist, nach der Meditation
eine Ruhephase einzulegen, und ich habe das nie wirklich getan, höchstens
ein oder zwei Minuten und vielleicht war es das, was ich brauchte. Gestern habe ich allerdings beschlossen, auf die Morgensitzung zu
verzichten und nur die Abendsitzung zu machen. Ich habe in deinen Fragen und
Antworten nachgeschaut, ob du jeden Tag, 7 Tage die Woche, üben sollst oder
ob es sinnvoll ist, zumindest am Anfang ab und zu mal einen Tag oder eine
der beiden Sitzungen auszulassen. Vielleicht steht es ja in den Beiträgen,
aber ich habe nichts gefunden, was diese Frage beantwortet. Eine
andere Sache, die ich fragen wollte: Ich hatte nach meiner zweiten oder
dritten Mediation geschrieben, dass ich festgestellt hatte, dass ich die
Wellen der Energieladung, die durch meinen Körper pulsierten, nach Belieben
kontrollieren konnte. Anfangs passierte es ohne bewusste Anstrengung, aber
dann merkte ich, dass ich es mit geringer Anstrengung selbst wieder in Gang
bringen konnte. Nun habe ich das in den letzten Tagen auch außerhalb der
Meditation in meinem Alltag erlebt. Manchmal verspüre ich tagsüber oder
nachts den Drang, diesen Energiestrom nach Belieben durch meinen Körper zu
leiten. Das kann sein, während ich mir einen Proteinshake mache, am Computer
arbeite oder die Nachrichten schaue. Ich glaube, es macht mich langsam
süchtig. Es passiert etwa jede Stunde mindestens einmal. Wenn ich es nicht
freiwillig tue, dann kommt es von allein. Ich denke nicht, dass es etwas
Schlechtes ist. Es fühlt sich eher angenehm an und gibt mir ein
unerklärliches Gefühl der Ermächtigung. Ist das eine Erweiterung meiner
spirituellen Kräfte oder nur ein Teil des Reinigungsprozesses?
A6:
Ja, es ruhig angehen zu lassen und einen Tag nach dem anderen zu
erleben, ist der beste Ansatz. Es ist die beste Herangehensweise, wenn große
Veränderungen in unser Leben kommen - unser System öffnet uns, um
unendliches reines Glückseligkeitsbewusstsein zu werden, das das ganze
Universum umfasst! Ja, die Erfahrungen sind Teil der Reinigung
und werden sich verändern - sogar erweitern, es wird also noch viel mehr
kommen. Und ja, es kann süchtig machen. Das steht in der allerersten Lektion
- meine Sucht nach Yoga und den Erfahrungen, die es mit sich bringt. Um ein
Wort aus dem 12-Schritte-Programm für Süchtige zu übernehmen, sind wir
vielleicht alle "genesende"
Yogis und Yoginis. Das heißt, wir erholen uns
von einem Verlust, von etwas, das wir schon lange verloren haben. Es geht
nicht in erster Linie um die ekstatische Erfahrung des Augenblicks. Es geht
um etwas, das unendlich viel größer ist als die größte ekstatische Freude,
die wir heute haben können. Genieße deine Erfahrungen und integriere sie in
dein tägliches Leben. Am besten tust du das, indem du deine Glückseligkeit
auf einfache Weise mit anderen teilst. Ein einfaches Leben zum Wohle anderer
ist der beste Weg, der mir bekannt ist, damit uns die ekstatischen
Erfahrungen nicht zu Kopf steigen. Das ist einer der Gründe, warum ich diese
Lektionen schreibe. Was nützt die Erleuchtung, wenn sie nicht geteilt wird?
Überhaupt nicht viel. Das wäre geradezu selbstverliebt. Die Wahrheit ist,
dass die Erleuchtung erst dann vollständig stattfinden kann, wenn sie im
Dienst für andere geteilt wird, denn Erleuchtung ist von Natur aus
allumfassend. Es ist nicht unsere Schuld, dass die wahre Natur
des Lebens ekstatische Glückseligkeit ist. Das menschliche Nervensystem ist
eine Ekstasemaschine. Sollten wir davor weglaufen? Das glaube ich nicht.
Wenn wir in unseren natürlichen Zustand der Ekstase eingehen, können wir
dies mit Verantwortung tun. So können wir die Reise antreten. Die
ekstatische Glückseligkeit muss in die Welt hinausfließen, damit sie sich
entfalten kann, und das müssen auch wir tun. Weniger zu tun, ist eine Form
von spirituellem Hedonismus. Vielleicht tun wir das eine Zeit lang und geben
uns innerlich unseren ekstatischen Erfahrungen hin. Das ist in Ordnung.
Früher oder später werden wir mit unserer ekstatischen Glückseligkeit in die
Welt hinausgehen. Das ist unvermeidlich. Auf unserem Weg im Yoga
entschlüsseln wir durch unsere direkte Erfahrung eines der größten aller
Geheimnisse - die Rolle der Sexualität bei der spirituellen Transformation
des Menschen. Was das tägliche Üben angeht, ist es besser, bei
zwei Sitzungen pro Tag zu bleiben, weil es so wichtig ist, die Gewohnheit zu
entwickeln und zu erhalten. Das haben wir vor kurzem in der Lektion
#209 "Tägliche Praktiken in einen vollen Terminkalender einplanen"
behandelt. Ich
weiß, dass Zeitmangel nicht der Grund ist, warum du versucht hast, dich auf
eine Sitzung zu beschränken, aber in dieser Lektion geht es um die Gründe,
warum die Gewohnheit, zweimal täglich zu üben, so wichtig ist. Das gilt auch
für Lektion #148, "Warum zweimal am Tag üben?"
. Wenn du dich in
deiner Praxis etwas überstimuliert fühlst, dann solltest du die Zeit für die
zweimal täglichen Sitzungen reduzieren. Wenn du 5 Minuten Spinalatmung und
20 Minuten Meditation machst und es dir zu viel wird, dann versuche, die
Atmung auf ein paar Minuten und die Meditation auf 15 Minuten zweimal am Tag
zu reduzieren anstatt sie nur einmal am Tag zu machen. Wenn das immer noch
zu viel ist, dann versuche es mit 10 Minuten Meditation. Du kannst sie
später wieder erhöhen, wenn sich dein Nervensystem an die Energien gewöhnt
hat. Das ist das wichtige Thema der "Selbstabstimmung"
, das in den Lektionen
ausführlich behandelt wird. Der Schlüssel liegt darin, eine ausgewogene und
stabile zweimal tägliche Routine zu finden. Auf diese Weise können wir die
innere Stille und die ekstatischen Energien in unserem Nervensystem
kultivieren und sie mit einem zweimal täglichen Zyklus in Aktivität
stabilisieren, was viel effektiver ist als ein einmal täglicher Zyklus mit
längerer Praxis. Natürlich wird es Zeiten geben, in denen wir zu sehr unter
Zeitdruck stehen oder zu erschöpft sind, um überhaupt irgendetwas zur
Übungszeit zu tun. Dann halten wir die Gewohnheit einfach aufrecht, indem
wir ein oder zwei Minuten mit geschlossenen Augen sitzen bleiben. Siehst du,
wie das funktioniert? Es geht um die zweimal tägliche Gewohnheit. Wie man so
schön sagt: "Nutze es oder es geht verloren". Wir können unsere Zeiten und
Übungen innerhalb dieser zweimal täglichen Verbindlichkeit flexibel
gestalten, wenn es nötig ist. F7:
Ich hatte gestern eine Sitzung,
bei der ich hinterher nur denken konnte: WOW! Ich hatte zwei Tage lang eine
ruhigere Mediation mit dem üblichen "automatischen"
Kopfwippen und Kreisen
hinter mir, aber die Erfahrung war viel milder und ruhiger, ohne all die
unwillkürlichen Energieschübe wie zuvor und ohne neue Erfahrungen von
automatischem Yoga. Also beschloss ich, weiterzumachen und die
Lektionen #41, #54 &
#55 (über Spinalatmung, Kundalini und Mulabandha) in
meine gestrige Sitzung einzubauen. Die Erfahrung war die kraftvollste, die
ich bisher gemacht habe, und ich denke, es gab eine Menge neuer Dinge, die
du als "automatisches Yoga"
bezeichnest. A7:
Wenn du neue
Praktiken hinzufügst, denke daran, dass es eine verzögerte Reaktion auf die
Auswirkungen geben kann. Wir wissen also frühestens nach ein paar Wochen,
was eine neue Praxis bewirkt. Wenn du zwei oder drei neue Praktiken
hinzufügst und die Dinge in Schwung kommen, kann es schwierig sein,
herauszufinden, was was bewirkt - und dann wird es mit der Selbstabstimmung
schwierig - was soll man zurücknehmen, wenn die Energie überall hinfliegt?
Wenn du dir selbst ein bisschen voraus bist, ist das nicht das Ende der
Welt, solange du weißt, dass du dich zurücknehmen solltest, wenn es nötig
ist, damit es ruhiger wird. Du wirst den Dreh schon noch rauskriegen. Vergiss nicht, dass du einen spirituellen Ferrari hast (einen
besonders schnellen) und dass du lernen musst, ihn zu fahren, ohne von der
Straße abzukommen. Du sitzt auf dem Fahrersitz. Ich wünsche dir
alles Gute auf deiner Reise. Vrrrooom! Der Guru ist in dir.
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