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Fortgeschrittene Yogapraktiken
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Lektion 41 - Spinalatmung Pranayama
Von:
Yogani Datum: Donnerstag 11.12.2003 - 8:15 Uhr
Neue Besucher: Es wird empfohlen, das
Archiv von Anfang an zu lesen, da die vorherigen Lektionen Voraussetzung für
diese Lektion sind. Die erste Lektion lautet: "Warum diese
Erörterung?"
Wir beginnen jetzt mit einer
fortgeschrittenen Pranayama-Praxis, der Spinalatmung. Sie besteht aus
mehreren Komponenten und wird direkt vor unseren täglichen
Meditationssitzungen durchgeführt. Der Ablauf der Meditation ändert sich in
keiner Weise. Zuerst machen wir unseren Pranayama. Dann machen wir unsere
Meditation.
Setze dich bequem hin und schließe deine Augen, so
wie du es beim Meditieren tust. Halte nun den Mund geschlossen und atme
langsam und tief durch die Nase ein und aus, aber nicht bis zum Äußersten.
Sei dabei entspannt und locker und atme so langsam und tief wie möglich,
ohne dich dabei unwohl zu fühlen. Es gibt keinen Grund, übermütig zu werden.
Arbeite mit deiner Muskulatur so, dass jeder Atemzug in deinem Bauch beginnt
und dich über die Brust bis zu den Spitzen deiner Schlüsselbeine füllt, und
dann langsam wieder nach unten kommt. Als Nächstes lässt du deine
Aufmerksamkeit, mit jedem aufsteigenden Atemzug, in einem winzigen Faden
oder einer Röhre, die du visualisierst und die von deinem Damm ausgehend
durch die Mitte deiner Wirbelsäule nach oben und durch den Hirnstamm zur
Mitte deines Kopfes führt, nach oben wandern. In der Mitte deines Kopfes
macht der winzige Nerv eine Biegung nach vorne zu dem Punkt zwischen deinen
Augenbrauen. Mit einem langsamen, tiefen Einatmen lässt du deine
Aufmerksamkeit allmählich im Inneren des Nervs vom Damm bis zum Punkt
zwischen den Augenbrauen wandern. Wenn du ausatmest, verfolgst du den Weg
vom Punkt zwischen den Augenbrauen zurück bis zum Damm. Dann kommst du mit
der nächsten Einatmung wieder hoch zum Punkt zwischen den Augenbrauen und
mit der nächsten Ausatmung runter zum Damm und so weiter.
Beginne
damit, diese Spinalatmung fünf Minuten lang vor deinen regulären
Meditationen zu üben. Wir stehen zwischen Pranayama und Meditation nicht
auf. Bleib einfach sitzen und beginne mit der Meditation, wenn deine
Pranayama-Zeit vorbei ist. Nimm dir etwa eine Minute Zeit, bevor du
leichtgängig mit dem Mantra beginnst, so wie es ursprünglich angewiesen
wurde. Sobald du dich mit der Routine, Pranayama und Meditation nacheinander
zu machen, wohl fühlst, erhöhe die Pranayama-Zeit auf zehn Minuten. So
machst du zweimal am Tag zehn Minuten Pranayama und zwanzig Minuten
Meditation. Fahre mit dieser Praxis fort.
In etwa einer Woche
oder wann immer du dich mit den zehn Minuten Pranayama vor deiner Meditation
stabil fühlst, füge die folgenden Punkte hinzu: Lasse bei der Ausatmung zu,
dass sich dein Kehldeckel so weit schließt, dass die Luft, die deine Lungen
verlässt, ein wenig gehemmt wird. Der Kehldeckel ist die Klappe in deinem
Rachen, die deine Luftröhre (Trachea) automatisch verschließt, wenn du den
Atem anhältst oder schluckst. Wenn du sie beim Ausatmen teilweise schließt,
entsteht ein feines zischendes Geräusch in deiner Kehle. Das nennt man
"Ujjayi". Sei ganz locker dabei. Überanstrenge dich nicht. Behalte den
langsamen, tiefen Atemrhythmus bei, an den du dich gewöhnt hast, während du
beim Ausatmen diese kleine Verengung in der Kehle hinzufügst. Beim Einatmen
erlaube der Kehle, sich zu entspannen und mehr zu öffnen als gewöhnlich.
Schränke die einströmende Luft nicht ein. Erlaube stattdessen dem tiefsten
Teil deiner Kehle, sich weit und bequem zu öffnen. Ändere nicht den
langsamen, tiefen Atemrhythmus, den du bisher gemacht hast. Halte deinen
Mund während dem Pranayama geschlossen. Eine Ausnahme wäre, wenn deine Nase
verstopft ist und du nicht leicht durch sie atmen kannst. In diesem Fall
kannst du den Mund benutzen.
Auch wenn all diese mechanischen
Vorgänge zunächst kompliziert erscheinen, werden sie mit der Zeit zur
Gewohnheit. Sobald du die mechanischen Gewohnheiten verinnerlicht hast, ist
alles, was du während dem Pranayama tun musst, deiner Aufmerksamkeit zu
erlauben, mit deiner automatischen, langsamen und tiefen Atmung innerhalb
des Spinalnervs auf und ab zu wandern. Wenn du merkst, dass deine
Aufmerksamkeit von dieser einfachen Auf- und Abwärtsbewegung innerhalb des
Nervs während der Spinalatmung abgewichen ist, kehrst du ganz einfach zu ihr
zurück. Ohne Zwang und ohne Anstrengung. Wir kehren beim Pranayama genauso
leicht zu dem vorgeschriebenen Weg der Aufmerksamkeit zurück, wie wir bei
der Meditation zum Mantra zurückkehren.
Dieser Pranayama wird das
Nervensystem beruhigen und einen fruchtbaren Boden für die Tiefenmeditation
schaffen. Mit diesem Einstieg in die Spinalatmung legen wir auch den
Grundstein für weitere Übungen, die den Pranafluss im Körper erheblich
verstärken werden. Sobald wir die bisher erlernten Praktiken stabilisiert
haben, können wir damit beginnen, das riesige Prana-Lager nahe der Basis
unserer Wirbelsäule sanft zu erwecken.
Der Guru ist in dir.
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