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Fortgeschrittene Yogapraktiken
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Lektion 350 - Praktiken, um über das Stadium des Zeugens hinauszukommen

Von: Yogani
Datum: 05.08.2009

Neue Besucher: Es wird empfohlen, das Archiv von Anfang an zu lesen, da die vorherigen Lektionen Voraussetzung für diese Lektion sind. Die erste Lektion lautet: "Warum diese Erörterung?"

Jetzt werden wir uns den Zeugen genauer ansehen, wie er funktioniert, und uns mit spezifischen Mitteln befassen, die uns helfen können, seine inhärente Dualität weiter zu überwinden. In Lektion 333 sprachen wir über die Auflösung des Zeugen in der Einheit, eine umfassende Erörterung, die Erfahrungen, Ergründung, Samyama und aktive Hingabe im täglichen Leben abdeckt. In dieser Lektion werden wir die Diskussion erweitern und uns eingehender mit Praktiken der Selbstergründung befassen, um weitere Fortschritte zu unterstützen. In der nächsten Lektion werden wir eine Modifikation unserer Kern-Samyama-Praxis anbieten, die das Element der Selbstergründung hinzufügt. Wir werden also einige neue Aspekte in die Praxis einführen, um den gewohnheitsmäßigen Stau des Bewusstseins, das sich mit den Objekten der Wahrnehmung, insbesondere dem Körper/Geist, identifiziert, abzubauen. Dieser Stau ist das sogenannte persönliche Ego. Unser Ziel ist es nicht, unser Selbstempfinden oder den Geist zu zerstören, sondern beides zu ewigem, unendlichem Ausdruck zu erweitern. Das Einzige, was wir zurücklassen werden, sind unsere begrenzte Wahrnehmung des Lebens, unsere Anhaftungen, unser Leiden und unser Unglücklichsein. Alles andere von dem, was wir sind, wird unversehrt bleiben und im Laufe dieses Prozesses in großem Maße erleuchtet werden.

Beobachter, Beobachtungsprozess und Objekt 

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Struktur der Dinge, den Zeugen und seine Beziehung zu unserem Selbstempfinden, die Mechanismen der Wahrnehmung und die Objekte der Wahrnehmung. Es ist diese Beziehung, die wir auf eine Weise beleben wollen, die es uns ermöglicht, die Grenzen von Zeit und Raum und das Leiden, das dem Menschsein innewohnt, zu überwinden, auch wenn wir dabei ganz Mensch bleiben und uns für die Verbesserung und das Glück aller einsetzen.

Seit Beginn der Lektionen bei AYP, seit wir zum ersten Mal Anweisungen für die Tiefenmeditation gegeben haben (siehe Lektion 13), haben wir verschiedene Ausdrücke verwendet, um zu beschreiben, was wir mit unserer Praxis kultivieren: bleibende innere Stille, reines Glückseligkeitsbewusstsein, Sat-Chit-Ananda, den Zeugen usw. All dies läuft auf dasselbe hinaus: ein zunehmendes Gefühl von Ruhe, Beständigkeit und Frieden, das hinter unseren Sinneswahrnehmungen, Gedanken und Gefühlen aufkommt. Irgendwann bemerken wir, dass sich zwar alles in uns und um uns herum bewegt, aber etwas Grundlegendes in uns sich nicht bewegt. Wir haben es "den Zeugen" genannt. Dieses stille Gewahrsein ist so beständig, dass wir es auch als die Wurzel unseres Selbstempfindens erkannt haben. Dennoch befinden wir uns immer noch in der Dualität mit dem Zeugen, das heißt, wir sind "hier drinnen" als der unbewegliche Zeuge und gleichzeitig in alles involviert, was "da draußen" in Bewegung ist, einschließlich unserer Gedanken, Gefühle und Sinneswahrnehmungen, die alle außerhalb des Zeugen liegen. Während wir uns als getrennt betrachten, wissen wir auch, dass wir uns in der Welt unseres Körpers/Geistes und allem anderen befinden. Unser Selbstempfinden, unser "Ich-Gefühl", ist also geteilt in ein "Ich" hier drinnen, das sich nicht bewegt, und ein "Ich", das noch mit allem da draußen beschäftigt ist. Es ist ein Zustand der Dualität. Dieses Gefühl der Dualität wird tatsächlich verstärkt, wenn wir zum ersten Mal unsere Zeugenschaft wahrnehmen, weil wir uns allein und getrennt von den Ereignissen fühlen, die in uns und um uns herum geschehen. Dieses verstärkte Gefühl der Dualität im frühen Stadium des Zeugens ist normal und nur vorübergehend, wie wir sehen werden.

Die Dualität, die wir in unserem täglichen Leben erfahren, findet sich in der Dynamik des Beobachters (Subjekt), des Beobachtungsprozesses (Wahrnehmung) und des Beobachtungsobjekts. Es sind "ich" und die anderen beiden. Vor dem Zeugen (siehe Lektion 327) wurde der Beobachter als Körper/Geist betrachtet, wie in: "Ich bin der Körper/Geist, der diese Objekte beobachtet." In dieser Situation wird das Subjekt ("ich") als Objekt identifiziert. Es ist das Objekt (Körper/Geist), das sich als Subjekt ausgibt und andere Objekte betrachtet, eine Objekt-zu-Objekt-Dualität.

Das ist die Klebrigkeit des Bewusstseins, das sich mit einem Objekt, dem Körper/Geist, identifiziert und so ein falsches Selbstempfinden erzeugt, das wir Ego nennen. Das Bewusstsein ist so klebrig, dass wir sogar unseren Besitz als Erweiterung unseres Selbst betrachten können – mein Haus, mein Auto, mein Geld, meine Familie, meine Nation usw. Die Folgen dieser Art der Selbstidentifikation sind bekannt. Man braucht nur die heutigen Schlagzeilen zu lesen. Das können wir sicherlich besser.

Mit dem Auftauchen des Zeugen beginnt all diese Objektidentifikation allmählich zu schwinden, so weit, dass wir, obwohl wir womöglich immer noch das Gefühl haben Körper/Geist zu sein, auch wissen, dass wir jenseits davon in bleibender innerer Stille sind. Es ist immer noch Dualität, aber eine freiere Art von Dualität, und dies beginnt sich in unseren Wahrnehmungen und Handlungen bemerkbar zu machen. Es ist unser wahres Selbst (Zeuge), das Objekte sieht, anstatt ein falsches Selbst (Ego), das Objekte sieht. Ein großer Schritt nach vorne. Wenn wir den beständigen Zeugen erfahren, ist es eine Dualität im Wandel. Dies soweit zu bringen, dass unser Selbstempfinden sich vollständig von der Identifikation mit dem Körper/Geist und anderen Wahrnehmungsobjekten lösen kann, ist der nächste Schritt. Dieser Schritt kann durch eine allmähliche Entkopplung der Selbstidentifikation (Klebrigkeit) des Bewusstseins einige Zeit in Anspruch nehmen. Je allmählicher die Entkopplung erfolgt, desto stabiler und dauerhafter wird das Ergebnis sein. Einige behaupten, dass die Entkopplung plötzlich geschieht, mit oder ohne vorherige Maßnahmen, um sie zu stimulieren.

Plötzliche Veränderungen der Selbstidentifikation sind möglich. Sie werden oft von physischen und psychischen Herausforderungen und wiederholten Rückschlägen begleitet. Rom wurde nicht an einem Tag erbaut, aber auf die eine oder andere Weise wird es erbaut werden! Beim AYP-Ansatz mit all den Praktiken, die uns zur Verfügung stehen, haben wir den Zeugen direkt in der Tiefenmeditation kultiviert und begonnen, die Stille mit Samyama und grundlegenden Formen der Selbstergründung zu bewegen. Mit all dem hat sich unser Selbstempfinden langsam von den Objekten der Wahrnehmung, einschließlich Körper/Geist, zurückgezogen.

Während dieses allmählichen Rückgangs der Selbstidentifikation mit Objekten bleibt die Beziehung zwischen Beobachter, Beobachtungsprozess und Beobachtungsgegenstand intakt. Sie ändert sich nicht. Was sich ändert, ist unser Selbstempfinden, unser Ich-Gefühl. Es bewegt sich langsam heraus aus den Objekten der Wahrnehmung in unser aufkommendes unbegrenztes Bewusstsein. Dabei wird die anfängliche Dualität zwischen dem Zeugen und den Objekten der Wahrnehmung allmählich weniger dual und mehr nicht-dual. Das bedeutet, dass die beiden allmählich Eins werden. Gleichzeitig weitet sich unser Selbstempfinden aus und wird zunehmend universeller, nicht an ein bestimmtes Objekt gebunden, sondern allen Objekten der Wahrnehmung zugrunde liegend. Nicht mit Objekten identifiziert, sondern ihnen derart zugrunde liegend, dass wir uns nicht mehr als in der Welt sehen, sondern stattdessen die Welt in uns. Zu diesem Zeitpunkt sind wir berechtigt, das kleine "s" durch ein großes "S" zu ersetzen. Wir haben uns vom kleinen, selbst identifizierten Wesen zum großen universellen Selbst entwickelt. Das ist keine Philosophie. Das ist eine Erfahrung. Das ist kein Konzept. Das ist ein Zustand, in dem wir uns 24 Stunden am Tag befinden.

Da diese Verschiebung im Laufe der Zeit stattfindet, kann man sagen, dass wir uns jenseits des Zeugen bewegen, da wir Objekte nicht mehr als außerhalb von uns selbst betrachten. Obwohl sich alles noch bewegt, sehen wir es nicht in Bewegung, und dies ist der Zustand, in dem es keine Objekte gibt, nur Subjekt. Was wir sehen, ist die Stille in Bewegung, nur Eins, ein Paradoxon, zweifellos, eine andere Erfahrung als die von zwei, von Beobachter und Beobachtetem, obwohl die Mechanismen der Wahrnehmung innerhalb dieser aufsteigenden, vereinten, nicht-dualen Erfahrung immer noch funktionieren wie zuvor. Was sich geändert hat, ist unser Selbstempfinden in Bezug auf all das. Was wir sehen, egal was wir betrachten, ist nur das Selbst. Die Dualität von Beobachter, Beobachtungsprozess und Beobachtungsobjekt funktioniert immer noch, aber sie ist für uns transparent geworden, so wie die detaillierte Funktionsweise vieler Aspekte der Natur für uns bereits transparent ist, einschließlich der Vielzahl von Aktivitäten, die automatisch in unserem physischen Körper ablaufen. Wir sehen den ganzen Körper und nicht die Millionen von Aktivitäten, die in ihm ablaufen. Genauso können wir, wenn wir bewusst das Ganze des unendlichen Gewahrseins werden, die vielen Ereignisse, die in unserem Selbst, einschließlich Körper und Geist, stattfinden, kaum wahrnehmen. Wir engagieren uns und sind involviert, aber unser Empfinden des Selbst geht über die Details hinaus, die ständig göttliche Liebe ausstrahlen, die von unserem allgegenwärtigen Zentrum, unserem Selbst, ausgeht. Wir sind Das.

Aber wir werden nicht an einem einzigen Tag oder sogar in einem einzigen Jahr vollständig in diesen Zustand der Freiheit und göttlichen Ausstrahlung verwandelt. Es ist ein Prozess, eine Reise, zuerst zur Stufe des Zeugen und dann stetig über die Stufe des Zeugen hinaus in das Einssein. Auf dem Weg dorthin löst sich die zeitliche Welt, wie wir sie kennen, im strahlenden Licht des Seins auf, auch wenn wir nirgendwo hingegangen sind und nicht einmal unsere täglichen Routinetätigkeiten geändert haben. Es ist eine Reise von hier nach hier, wie wir in Lektion 348 erörtert haben.

Die Techniken des Jnana Yoga Advaita (Nicht-Dualität)

Angenommen, wir sind dazu bereit und haben die brennende Sehnsucht, von dem Leiden des selbstidentifizierten Bewusstseins befreit zu werden, dann lasst uns sehen, was getan werden kann, um diesen natürlichen Fortschritt voranzutreiben. Tatsächlich haben viele nach mehr verlangt, während der Zeuge in jedem aufgestiegen ist, insbesondere diejenigen, die über Jahre hinweg tägliche Übungen praktiziert haben. Die Methoden, die wir hier betrachten, werden Jnana genannt, was Yoga des Wissens bedeutet. Es ist dasselbe wie Advaita-Vedanta, das Wissen von der nicht-dualen Natur des Lebens.

Der logische Ansatz bestand darin, das Problem mit dem Verstand anzugehen, was sich in vielen Fällen so verhält, als würde man den Banditen zum Polizisten ernennen. Nicht, dass etwas am Verstand auszusetzen wäre. Aber wenn wir uns immer noch mit dem Verstand identifizieren, selbst wenn der Zeuge in gewisser Weise präsent ist, werden Lösungen schwer zu finden sein, es sei denn, es wird ein Verständnis entwickelt und es werden Mittel eingesetzt, die es uns ermöglichen, den Fallstricken des Intellekts zu entgehen. Mit anderen Worten, dies ist keine intellektuelle Herausforderung. Reine Intellektuelle sind sicherlich am schlechtesten für die Selbstergründung gerüstet. Es ist vielmehr eine Reise des Zeugen in Bezug auf alles andere, wobei in einigen Fällen zwangsläufig bestimmte mentale Techniken angewendet werden müssen. Ähnlich wie bei der Tiefenmeditation und Spinalatmung Pranayama werden bestimmte mentale Techniken eingesetzt, die es uns ermöglichen, den Geist und seine Objekte zu transzendieren und die Kernqualitäten der Erleuchtung, Stille und Ekstase, zu kultivieren. Nun wollen wir diese Kernqualitäten durch die Stufen der Unterscheidung, der Leidenschaftslosigkeit und der Einheit weiter ausbauen. Auf diese Weise können wir über die Stufe des Zeugen hinausgehen. Wir haben wichtige Schritte unternommen, indem wir eine strukturierte tägliche Samyama-Praxis hinzugefügt haben (siehe Lektionen 150 und 299). Dadurch wird in uns die Gewohnheit kultiviert, Absichten und Fragen in der Stille loszulassen, wodurch alles, was wir tun, reibungsloser wird um den göttlichen Fluss auszudrücken. Sobald wir die Gewohnheit des Samyama entwickelt haben, befinden wir uns in einer hervorragenden Position, um den Weg der Selbstergründung zu beschreiten.

In den vorherigen Lektionen haben wir verschiedene Arten der Selbstergründung erörtert und wie sie mit den sich entwickelnden Stufen des Geistes zusammenhängen. Wir können sie weiter vertiefen und auf diese Weise kategorisieren:

  • Natürliches Jnana – Durch sitzende Übungen, die Entwicklung des Zeugen und die Auflösung der Selbstidentifikation mit Objekten durch unstrukturierte (natürliche) Selbstergründung in täglichen Aktivitäten.

  • Loslassendes Jnana – Systematische Methoden, die Untersuchung und Unterscheidung nutzen, um unerwünschte Gedanken und Gefühle loszulassen: "Ich entscheide mich, das Unwahre loszulassen."

  • Bestätigendes Jnana – Bestätigung unserer Natur als ewiges Selbst/Gott durch unser gewähltes Ideal: "Ich bin Das."

  • Negierendes Jnana – Unterscheidung durch Negation aller Wahrnehmungsobjekte, einschließlich aller Gedanken und Gefühle, zur Selbstverwirklichung: "Nicht dies, nicht das" (neti neti).

  • Transzendierendes Jnana – Ergründen unseres "Ich-Gefühls" und Loslassen in dessen Quelle zur Selbstverwirklichung: "Wer bin ich?"

Zwischen diesen kann es in jedem beliebigen Praxissystem oder in den Präferenzen der Praktizierenden erhebliche Überschneidungen geben. Bei der Erwägung dieser Kategorien der Selbstergründung ist zu beachten, wo wir uns gerade auf unserem Weg befinden und wie dies mit der Vielfalt der verfügbaren Ergründungsmethoden in Einklang steht. Das Ziel besteht nicht darin, sofort zu der Methode zu springen, die am weitesten unten auf der Liste steht, sondern eine zu finden, die mit unserem aktuellen Zustand resoniert. Mit "resoniert" meinen wir, dass es unser Wohlbefinden verbessert (wie auch immer wir das wahrnehmen), ohne zu überfordern. Für viele, die zum ersten Mal mit ernsthaften Absichten zur Selbstergründung kommen, wird die Methode Natürliches Jnana sein, die zu Loslassendem Jnana führt, bei der es um praktische Selbstergründung geht, die sich mit unseren unmittelbaren Problemen im Alltag befasst. Damit fängt es für die meisten von uns an, oder?

Natürliches Jnana

Mit einer täglichen Routine effektiver Yogapraktiken werden wir feststellen, dass eine anhaltende innere Stille aufkommt und unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen immer reibungsloser auf den Flügeln der aufsteigenden ekstatischen Leitfähigkeit und Ausstrahlung aus dieser Stille heraus fließen. Was soll man über all das denken, während es geschieht? Wir werden offensichtlich etwas darüber denken, wenn wir unserem Alltag nachgehen. Mit der Zeit erkennen wir, dass sich unser Selbstempfinden auf natürliche Weise von den Objekten der Wahrnehmung zu dieser inneren Stille verlagert, die unter all unseren Erfahrungen im Leben entstanden ist, einschließlich unserer inneren Prozesse der Wahrnehmung, des Denkens und Fühlens. Es ist ganz einfach, sich dieser Verlagerung unseres Ich-Gefühls anzuschließen, und das können wir als das Aufkommen des natürlichen Advaita, der natürlichen Nicht-Dualität, bezeichnen. Es ist auch Natürliches Jnana Yoga, was dasselbe ist.

Erinnere dich daran, dass alle Glieder des Yoga miteinander verbunden sind, sodass es nicht ungewöhnlich ist, dass Fortschritte in einem Bereich des Yoga Fortschritte in anderen Bereichen des Yoga anregen. Je mehr Bereiche des Yoga wir ausüben, desto mehr Synergien entstehen und desto schneller ist unser Fortschritt. Die uns innewohnende Weisheit (unser innerer Guru) weiß das. Wenn wir also feststellen, dass natürliches Advaita entsteht, werden wir geneigt sein, Fragen zu stellen. Es kann eine intuitive Art des Fragens sein, die auftritt, während wir unseren täglichen Geschäften nachgehen, etwas so Einfaches wie: "Wer macht diese Erfahrung?" und loslassen. Es kann viele Formen annehmen, die nur durch unsere Vorstellungskraft begrenzt sind. Das grundlegende Merkmal jeder echten Selbstergründung ist, dass sie in die Stille losgelassen wird. Diese Fähigkeit haben wir die ganze Zeit über in Samyama entwickelt. Bei täglicher Tiefenmeditation und Samyama ist beziehungsvolle Selbstergründung (in der Stille) unvermeidlich. Das Auftauchen des Zeugen und unsere Fähigkeit, unsere Absichten darin loszulassen, ist die Grundlage für eine effektive Selbstergründung.

Entlang des Weges können wir dazu inspiriert werden, strukturiertere Formen der Selbstergründung hinzuzufügen. Wie wir dabei vorgehen, hängt von unseren persönlichen Neigungen ab. Selbst wenn wir keine starke Bhakti für ein weitreichendes Ideal der Nicht-Dualität haben, sind Formen der Selbstergründung, die sich mit den Problemen befassen, denen wir im täglichen Leben begegnen, sehr effektiv und werden uns voranbringen. Es ist ein einfacher Ausgangspunkt und bringt praktische Vorteile im Hier und Jetzt: in unseren Beziehungen, in unserer Arbeit und in der zunehmend erleuchteten Art und Weise, wie wir die Welt im Allgemeinen sehen. Mit dem Zeugen beginnen wir, unsere Gedanken und Gefühle als Objekte zu sehen, und dadurch haben wir die Möglichkeit, innere Muster zu lösen oder zu transformieren, um unsere besten Interessen zu unterstützen. Mit der Zeit wird dies weitreichende Auswirkungen haben. All dies kommt auf natürliche Weise durch tägliche Yogapraktiken zustande.

Loslassendes Jnana

Wenn die innere Stille (der Zeuge) aufkommt, beginnen wir, unsere Gedanken und Gefühle als die Objekte wahrzunehmen, die sie sind. Zuvor haben wir uns vielleicht mit diesen Wahrnehmungen als unser Selbst identifiziert und unsere Gedanken und Gefühle ernster genommen, als es für uns gut war. Der erste Schritt in der Zeugenstufe auf dem Weg über die Dualität (Subjekt und Objekt) hinaus ist ein tieferes Verständnis dafür, dass Gedanken/Gefühle nicht unser Selbst sind. Bei täglicher Tiefenmeditation wird dies als natürliche Erkenntnis beginnen. Wenn wir uns dafür entscheiden, eine aktivere Rolle anzunehmen, können wir uns einer strukturierteren praktischen Untersuchung unserer alltäglichen Gedanken und Gefühle widmen und sie loslassen und/oder transformieren, um die Qualität unseres Lebens zu verbessern. Gleichzeitig wird uns diese Art der alltäglichen Ergründung im Laufe der Zeit allmählich in Richtung des nicht-dualen Zustands der Einheit bewegen.

Lester Levensons "Release Technique" (auch bekannt als "Sedona-Methode") und Byron Katies "The Work" sind praktische Ansätze zur Selbstergründung dieser Art und haben sich im Laufe der Jahre als wirksam erwiesen. Zweifellos gibt es noch andere. Solche Systeme sind ein guter Ausgangspunkt für praktizierende Menschen, die eine grundlegende Form der strukturierten Selbstergründung durchführen möchten. Dies setzt voraus, dass die innere Stille (der Zeuge) kultiviert wird.

Die Selbstergründung im Stil des Loslassenden Jnana beinhaltet, dass wir unsere Gedanken und Gefühle erforschen und bewusst Entscheidungen über sie treffen, indem wir sie als Objekte betrachten. Eine Untersuchung kann sich auf die Wahrheit eines bestimmten Gedankens oder Gefühls beziehen, das wir haben, wie es die Qualität unseres Lebens beeinflusst und wie sich unsere Situation und unser Geisteszustand ändern würden, wenn wir uns nicht weiter damit identifizieren würden. Sehr oft stellen wir bei der Untersuchung unserer Gedanken/Gefühle fest, dass sie ein Spiegel unserer eigenen Blockaden sind. Was wir für von außen kommend halten, kommt unweigerlich von innen, eine Interpretation, die von unserem identifizierten Bewusstsein vorgenommen wird, das versucht, sich selbst zu schützen. Mit dieser Erkenntnis in Bezug auf einen bestimmten Gedanken/ein bestimmtes Gefühl beginnt sich die Energie des Gedankens/Gefühls automatisch zu entladen. Wir können uns dann dafür entscheiden, den Gedanken/das Gefühl ganz loszulassen. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, Gedanken und Gefühle loszulassen und zu transformieren. Es geht immer darum, in der Stille eine Wahl zu treffen, und dies kultiviert unser Selbstempfinden jenseits von Körper und Geist. Es wird empfohlen, die Lehren von Levenson und Katie und anderen auf diesem Gebiet zu lesen, um bestimmte Methoden kennenzulernen.

Zu spirituellen Zwecken wird empfohlen, kein System der Selbstergründung als alleinstehend durchzuführen. Als Minimum wird tägliche Tiefenmeditation empfohlen, um die notwendige bleibende innere Stille zu kultivieren. Techniken des Loslassenden Jnana können vor dem Aufkommen des beständigen Zeugen durchgeführt werden, ohne eine übermäßige Belastung zu verursachen. Wie unten besprochen, wird davon abgeraten, sich direkteren Formen von Jnana (Bestätigendes, Negierendes und Transzendierendes Jnana) zu nähern, bevor nicht zumindest ein anfängliches Gefühl beständiger innerer Stille vorhanden ist. Wir wollen vermeiden, übermäßige nicht-beziehungsvolle Anstrengungen in Methoden der Selbstergründung zu stecken, die über den Verlauf unserer gewöhnlichen täglichen Aktivitäten hinausgehen. Nicht-beziehungsvolle Selbstergründung kann das Wohlbefinden stören und den Wunsch, einen spirituellen Weg zu beschreiten, verringern (siehe Lektion 325). Durch eine umsichtige Selbstabstimmung der Selbstergründung in Bezug auf unsere zunehmende innere Stille (Zeuge) können solche Schwierigkeiten vermieden werden, und die Ergebnisse der Selbstergründung können auf jedem Schritt des Weges positiv sein.

Bestätigendes Jnana

Wenn wir uns eine Weile mit natürlicher Selbstergründung befasst haben oder eine strukturierte Form der Selbstergründung im Stil des Loslassenden Jnana praktiziert haben, werden wir irgendwann mehr tun wollen, als nur die Gedanken und Gefühle zu verarbeiten, die mit dem gewöhnlichen Alltagsleben verbunden sind. Wir werden vielleicht feststellen, dass wir über unsere Gesundheit, unsere Beziehungen, unsere Arbeit, unser Bankkonto und unseren Besitz usw. hinausblicken. Nicht, dass diese Dinge keine Rolle mehr spielen würden. Aber wir werden uns ganz nebenbei um sie kümmern, und unsere Perspektive wird beginnen, sie zu transzendieren, um zu der grundlegenderen Frage zu gelangen, wer wir in Bezug auf die Welt sind, und zwar aus einer Perspektive, die von jenseits unseres Körpers/Geistes und weltlicher Belange ausgeht. Dies wird durch die fortgesetzte Verlagerung unseres Selbstempfindens über die Objekte der Wahrnehmung hinaus verursacht. An diesem Punkt können wir zu der Überzeugung gelangen, dass das, was wir sind, jenseits aller beobachteten Objekte und Phänomene liegt. Es ist eine Offenbarung, die wir fühlen können, und sie kann vom Intellekt so interpretiert werden: "Ich bin Das. Du bist Das. All dies ist Das." Es handelt sich um eine uralte Offenbarung, die viele Jahrhunderte auf die Upanishaden und Brahma Sutras zurückgeht, und wir können die grundlegende Wahrheit dieser Offenbarung auch heute noch bestätigen.

Aber das ist nur der Intellekt, der ein Gefühl aufgreift. Es ist das Gefühl eines sich ausdehnenden Selbstempfindens. Dies ist kein sich ausdehnendes Ego, obwohl es in diese Richtung gehen kann, wenn der Geist sich daran festhält und versucht, dieses Gefühl zu besitzen, ohne die ausreichende Fähigkeit es in der Stille loszulassen. Das Ego ist das Kind des Geistes, während das Selbst ewiges Glückseligkeitsbewusstsein ist. Das Ego klammert sich an das Leben in Zeit und Raum, während das Selbst an nichts festhält und jenseits von Zeit und Raum ist.

Was der Geist für sich selbst behauptet, ist von geringer Bedeutung und kann zu einer Blockade auf dem Weg werden, wenn es zur falschen Zeit übermäßig betont wird. Wahre Affirmation ist kein Akt des Intellekts. Sie ist ein Akt des Loslassens der Absichten des Intellekts in die Stille. Der Intellekt sucht nach mehr Intellekt. Bestätigung sucht nach dem Selbst, das jenseits des Intellekts liegt. Eine Bestätigung bedeutet also, eine Absicht aufzugreifen und loszulassen. Einmal losgelassen, wird die Absicht in der Stille absorbiert, wo sie sich in der Stille als ekstatischer göttlicher Fluss bewegt.

Das Selbst bejaht nichts, obwohl es alles ist. Es ist keine Aufgabe des Geistes, etwas zu sagen. Es ist Aufgabe des Geistes, seinen Impuls aufzugeben. Gegen Ende der Reise kann der Geist verkünden: "Ich bin Das!" Aber die Worte selbst sind nicht Das. Nur wenn es in der Stille losgelassen wird, kann eine Bestätigung eine Hilfe sein. Dies kann mit jedem Aspekt des gewählten Ideals geschehen: "Ich bin Gott", "Ich bin Shiva", "Ich bin Jesus" usw. Sie alle sind gleichbedeutend mit dem Selbst, wenn sie in die Stille entlassen werden. Wie alles andere auch.

Dies ist die Gewohnheit von Samyama, und wie immer wird das Ergebnis dem göttlichen Fluss entsprechen und nicht unbedingt unserer oberflächlichen mentalen Absicht. Das Ergebnis einer Affirmation ist unergründlich. Das ist in Ordnung. Wir werden uns daran gewöhnen. Dies ist der Weg der aktiven Hingabe an das Göttliche. Dies ist der Weg des Selbst. Es ist das Leben in ewiger Liebe und Glück.

Negierendes Jnana

Je nach unserem Naturell neigen wir vielleicht dazu, bei der Selbstergründung einen anderen Ansatz zu wählen. Eine uralte Methode beinhaltet die Verneinung, d. h. die systematische Verleugnung des Egos und der Welt, wie wir sie kennen. Dies ist die schrittweise Zerstörung der Selbstidentifikation des Bewusstseins mit allen Objekten, einschließlich des Körpers, der Gedanken, Gefühle und des Geistes selbst. Die Prämisse ist, dass das Bewusstsein ewig ist und alles andere unwirklich ist, keine Substanz hat und negiert werden muss. Dies ist der mentale Prozess, bei dem alles in Frage gestellt wird, mit der Schlussfolgerung "Nicht dies, nicht das" (neti neti).

Wenn wir sagen, dass das Bewusstsein ewig ist, meinen wir nicht, dass die Idee des Bewusstseins ewig ist oder dass selbst die Erfahrung des Bewusstseins ewig ist, denn beide befinden sich im Bereich des Denkens und der relativen Erfahrung. Ewigkeit bedeutet, niemals geboren, niemals gestorben, niemals erkannt. Im Negierenden Jnana werden wir zum Selbst, indem wir alles andere verwerfen, so wie die Leere eines Lochs durch die Entfernung des gesamten Schmutzes an der Stelle, an der sich das Loch befindet, offenbart wird. Es ist, als würde man eine schöne Statue finden, indem man all den Marmor abschlägt, der nicht zur Statue gehört. Dies ist der Prozess von neti neti. Er wurde vor vielen Jahrhunderten von niemand Geringerem als Adi Shankara verfochten und erst kürzlich, vor allem durch Nisargadatta Maharaj im 20. Jahrhundert, wieder ins öffentliche Bewusstsein gerückt.

Dieser Ansatz birgt ein nicht unerhebliches Risiko, da man leicht in Schwierigkeiten gerät, wenn er als nicht-beziehungsvolle Selbstergründung (nicht in Stille losgelassen) durchgeführt wird. Wie in den vorherigen Lektionen erwähnt, ist die Negation in der Selbstergründung keine Verneinung des Lebens. Wenn wir den Schmutz entfernen, wird davon ausgegangen, dass wir das Loch des leuchtenden Selbst finden werden, sofern wir von Anfang an bleibende innere Stille (den Zeugen) haben. In diesem Fall kann es logisch und natürlich sein, Objekte, Gedanken und Gefühle fallen zu lassen (loszulassen) und sie als unwirklich zu betrachten. Wenn wir jedoch den Zeugen nicht vorher kultiviert haben, können wir mit neti neti stattdessen ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit, Angst und Verzweiflung empfinden, weil unser Selbstempfinden noch nicht in der Stille gefunden wurde. In diesem Fall bedeutet neti neti nicht nur die Vernichtung unseres Egos und der Welt als Nicht-Selbst, sondern auch die Vernichtung unseres Selbstempfindens insgesamt! Kurz gesagt, der Zeuge lässt sich nicht einfach durch neti neti allein kultivieren. Der Zeuge kann jedoch durch neti neti aufgedeckt und belebt werden, wenn er bereits in der Tiefenmeditation kultiviert wurde.

Um die Sache noch komplizierter zu machen, ermutigen einige Lehrer die Schüler schon früh auf dem Weg, die Verneinung zu praktizieren, was sich psychologisch (und sogar physisch) zerstörerisch auf das Wohlbefinden des Praktizierenden auswirken kann. Wenn ein solcher Ansatz von der Energie eines spirituellen Lehrers unterstützt wird, kann dies einen hohen Preis haben. Es ist viel besser, langsam zu beginnen und sich allmählich voranzutasten. Wie gesagt: Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.

Wie bei allen Praktiken, die bei AYP angeboten werden, wird Selbstabstimmung empfohlen, um den Fortschritt mit Komfort aufrechtzuerhalten. Es hilft niemandem, wenn es zu schweren Überlastungen und Störungen kommt, von denen man sich möglicherweise erst nach Wochen oder Monaten erholt. Von allen Methoden der Selbstergründung birgt die Verneinung das größte Risiko, wenn man es übertreibt, da sie sich negativ auf jeden Aspekt unseres Lebens auswirken kann, indem sie unseren Willen, uns zu engagieren, stark mindert, was nicht gerade ein Merkmal der aufsteigenden Erleuchtung ist. Es ist eine spirituelle Praxis, die Amok läuft.

Mit diesen Warnungen im Hinterkopf kann der Negierende Jnana-Pfad der neti neti-Selbstergründung für manche immer noch attraktiv sein. Wenn die Verneinung liebevoll und freudvoll ist, wirst du wissen, dass die Resonanz der inneren Stille für dich da ist, und es kann wunderbar funktionieren. Wenn man sich der Verneinung jedoch als mechanischem, kriegerischem Prozess der Logik nähert, ohne aufrichtige Bhakti, wird es nicht funktionieren. Dies gilt für alle Formen der Selbstergründung. Körper/Geist, Ego und die Welt sind nicht der Feind. Wenn wir sie als solche behandeln, werden wir den Preis dafür zahlen.

Transzendierendes Jnana

Ramana Maharshi, einer der größten Weisen des 20. Jahrhunderts, bot einen einzigartigen Ansatz zur Selbstergründung, der sich überhaupt nicht mit den Objekten der Wahrnehmung befasst. Seine Erleuchtung ereignete sich außerhalb des Mainstreams des traditionellen Jnana und Advaita in Indien, außerhalb des Gurusystems insgesamt. Sein Ansatz ist innovativ, effektiv und sicher. Es ist vielleicht der direkteste Ansatz zur Selbstverwirklichung, wenn er beziehungsvoll durchgeführt wird, indem der Zeuge zuvor in der Tiefenmeditation kultiviert und die Gewohnheit, Absichten in der Stille loszulassen, etabliert wurde (Samyama).

Die Methode ist eine direkte Untersuchung dessen, wer oder was das Ich-Gefühl ist. Die berühmte Frage "Wer bin ich?" steht im Mittelpunkt dieser Art der Selbstergründung. Aber zuerst müssen wir diese Ich-Empfindung wahrnehmen. Bevor wir also fragen: "Wer bin ich?", fragen wir: "Wem widerfährt diese Erfahrung gerade?" Die Antwort liegt auf der Hand: Sie widerfährt dem "Ich". Dann fragen wir: "Wer bin ich?" und lassen es los.

Dies ist ein Prozess, der Wahrnehmungsobjekte umgeht, weil wir zuerst fragen, wer sie erlebt ("Ich"), und dann fragen, wer oder was "Ich" ist. Da dieser Ansatz sofort über die Subjekt-Objekt-Beziehung hinausgeht, nennen wir diesen Ansatz "Transzendierendes Jnana".

Wenn wir diese Technik innerhalb der Struktur der Dynamik von Beobachter, Beobachtungsprozess und beobachtetem Objekt betrachten, werden wir sehen, dass wir mit der Wahrnehmung einer Empfindung beginnen und sofort zum Beobachter zurückfragen. Wenn unser Selbstempfinden im Körper/Geist ist, werden wir dennoch durch die Wahrnehmung zum Beobachter zurückgeführt. Dies lässt sich leicht mit der einfachen Frage erkennen: "Wer nimmt diesen Körper/Geist wahr?" Die Antwort lautet: "Ich." Dann: "Wer bin ich?"

Manche fragen vielleicht lieber: "Was bin ich?" Das spielt keine Rolle. Der Schlüssel zu dieser Methode liegt darin, das Ich-Gefühl oder den Ich-Gedanken zu erkennen und zu ergründen und die Ergründung in Stille loszulassen. Darauf läuft es immer hinaus.

Die Frage "Wer bin ich?" sollte nicht bewusst im Geist beantwortet werden. Sie sollte in die Stille losgelassen werden. Dies ist kein intellektueller Prozess. Es handelt sich um einfachen Samyama, der uns während unserer täglichen Arbeit begegnen kann. Es sollte unsere Motivation, im Leben aktiv zu sein, nicht beeinträchtigen. Wenn dies der Fall ist, übertreiben wir es vielleicht und Selbstabstimmung ist angebracht. Wahrscheinlicher ist es, dass die Begeisterung im Leben zunimmt, die von dem strahlenden Selbst ausgeht, das wir jedes Mal offenbaren, wenn wir die Frage "Wer bin ich?" in Stille loslassen.

Es sollte betont werden, dass dies kein mechanischer Prozess ist. Die Frage "Wer bin ich?" tausendmal zu stellen, ohne in Stille loszulassen, wird in ihrer Wirkung verblassen, verglichen mit der Wirkung, wenn man sie nur einmal beziehungsvoll (in Stille) und mit Aufrichtigkeit stellt. Frage dich jetzt, was für ein Gefühl dieses Fragezeichen in "Wer bin ich?" auslöst. Willst du wirklich wissen, wer du bist? Wenn du das willst und bleibende innere Stille hast, kann dieser Ansatz zur Selbstergründung Wunder wirken.

Die Liebe des Selbst

Wie auch immer unser Ansatz zur Selbstergründung aussehen mag, das Wesen des Zeugen wird sich stetig von einem flachen, getrennten Bewusstsein zu einer leuchtenden, fließenden Lebendigkeit entwickeln, die sich durch das Nervensystem und überall sonst ausdrückt. Wir haben es als göttliches Ausströmen und Stille in Handlung bezeichnet. Wie auch immer wir es nennen, wir erkennen, dass dies nicht nur das ist, was wir sind, und das Selbst von allem, sondern auch, dass es grenzenlose Liebe ist, die für uns, durch uns und für alle fließt.

Es ist unmöglich, sich nicht vollständig und ganz in dieses Selbst zu verlieben. Wir können es Gott nennen oder mit jedem anderen Namen, der mit unserer Wahrnehmung des Göttlichen resoniert. Es ist das Selbst. Es ist Gott. Es ist das Objekt unserer Bhakti und war von Anfang an die Essenz unseres gewählten Ideals. Die Bhakti, die wir erfahren haben, war immer ein Ausdruck von Dem. Wir waren nie allein. Und jetzt steht Es in Fülle vor uns und drückt sich durch das Vehikel unseres Nervensystems aus. Die erfahrungsbasierte Erkenntnis dessen ist ein Meilenstein bei der Auflösung des begrenzten Selbst in das ewig freudvolle Selbst. Wir waren das schon immer in Keimform, und durch unsere Hingabe und Bemühung können wir über das Stadium des Zeugen hinausgehen und Das in Fülle verwirklichen.

Wir werden die Erörterung von Jnana Yoga/Advaita-Vedanta in Bezug auf den gesamten Umfang der Yogapraktiken fortsetzen, mit dem Ziel, zusätzliche praktische Hilfsmittel zu vermitteln, die uns dabei helfen können, von dem Punkt auf unserem Weg, an dem wir uns gerade befinden, weiterzukommen.

Der Guru ist in dir.

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