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Lektion 186 - Meditation - Zweite Erweiterung des Mantras

Hinweis: Einen alternativen Ansatz für Mantraerweiterungen findest du in Lektion 369.

Von: Yogani
Datum: Montag 10.05.2004 - 15:18 Uhr

Neue Besucher: Es wird empfohlen, das Archiv von Anfang an zu lesen, da die vorherigen Lektionen Voraussetzung für diese Lektion sind. Die erste Lektion lautet: "Warum diese Erörterung?"

Wenn wir über viele Wochen und Monate meditieren, lösen wir viele Blockaden auf, die lange Zeit tief in unserem Nervensystem verankert waren. Während unser Unterbewusstsein allmählich entrümpelt wird, wird die innere Stille in unserem täglichen Leben immer deutlicher. Es ist in der Tat unser wahres Selbst, das zum Vorschein kommt, wenn wir den Dreck beseitigen, der uns daran hindert, unsere eigene wahre Natur zu erfahren. Wenn der Prozess der Meditation und der tiefen Reinigung unseres Nervensystems weitergeht, werden wir durch die aufsteigende innere Stille spirituell gestärkt und sind in der Lage, uns selbst (und alle um uns herum) mit ekstatischer Glückseligkeit und göttlicher Liebe zu erleuchten, die ganz natürlich durch uns hindurchfließt.

Meditation ist die zentrale Praxis, um unser Nervensystem zu stimulieren und all diese wunderbaren spirituellen Ergebnisse zu erzielen. Das Mantra ist das Mittel, das wir in der Meditation verwenden, um den Geist systematisch zur Ruhe zu bringen. Dabei entfesseln wir unser innewohnendes reines Glückseligkeitsbewusstsein, das die Blockaden in uns auflöst und freisetzt.

Wir begannen die Meditation mit dem kraftvollen universellen Mantra AYÄM, das uns mühelos tief in die stillen Bereiche des Geistes führt, während wir die einfache Prozedur der Tiefenmeditation üben. Als wir mit der Anwendung des AYÄM-Mantras vertraut waren, haben wir die erste Mantraerweiterung eingeführt. Diese gab uns die Möglichkeit, unsere Präsenz im reinen Glückseligkeitsbewusstsein während der Meditation zu erweitern. Die Verwendung eines erweiterten Mantras führt dazu, dass wir während unserer täglichen Aktivitäten mehr innere Stille stabilisieren.

Jetzt sind wir bereit für die zweite Erweiterung des Mantras. Aber bevor wir das tun, solltest du dir die Erörterung der ersten Mantraerweiterung noch einmal ansehen. Es ist Lektion #116, "Meditation - Erste Erweiterung des Mantras".

Das erspart uns, die grundlegenden Konzepte der Mantraerweiterung zu wiederholen und auch die Analogie der Mantraerweiterung nochmals zu erklären, wie wir beim Beschleunigen eines Autos einen Gang höher schalten.

Wenn wir bereit sind, haben wir jetzt die Möglichkeit, mit einer zweiten Erweiterung des Mantras wieder einen Gang höher zu schalten. Wir werden immer noch die gleichen Stammsilben von "AYÄM" haben und auch die Silben, die bei der ersten Erweiterung hinzugefügt wurden. Und jetzt kommt noch etwas hinzu.

Die zweite Erweiterung ist ein weiter ausgebautes Mantra. Es lautet:

SCHRI OM SCHRI OM AYÄM AYÄM NAMAH  (audio)

Dieses Mantra wird mit demselben Meditationsverfahren verwendet, das wir am Anfang gelernt haben.

Hinweis: Wie in den vergangenen Lektionen bereits mehrfach erwähnt wurde, kann die Komponente I AM [phonetisch englisch] des Mantras auch als AYAM [phonetisch englisch] geschrieben werden, mit genau derselben Betonung.

Wie du siehst, ist dies ein ziemlich langes Mantra mit viel mehr Silben als das einfache AYÄM, mit dem wir begonnen haben. Es ist wichtig zu verstehen, dass dies kein Anfänger-Mantra ist und dass niemandem damit gedient ist, wenn es als solches verwendet wird. Wenn du ein neuer Meditierender bist oder die erste Mantraerweiterung erst seit kurzer Zeit verwendest, ist es nicht in deinem Interesse, dieses neue Mantra zu verwenden. Es könnte dich ausbremsen und deinen Fortschritt verzögern, genauso wie das Schalten in einen höheren Gang im Auto uns ausbremsen kann, wenn wir es zu früh tun.

Woran erkennen wir, dass es an der Zeit ist, auf ein erweitertes Mantra umzuschalten? Erstens sollten wir mit unserem vorherigen Mantra mindestens mehrere Monate lang ruhig und stabil meditiert haben und sowohl in der Meditation als auch im Alltag eine gewisse Stille erfahren. Zweitens wird unsere Bhakti (spirituelle Sehnsucht) uns dazu drängen, voranzuschreiten. Sowohl eine reibungslose Praxis als auch Bhakti sind notwendig, damit wir den Wechsel vollziehen können.

Wenn wir mit unserem jetzigen Mantra viele Gedanken und Empfindungen in der Meditation haben, ohne dass viel Stille herrscht, ist das auch sehr gut. Es bedeutet, dass wir eine Menge Reinigung betreiben und viele Blockaden gelöst werden. Dies ist jedoch nicht der richtige Zeitpunkt, um auf ein erweitertes Mantra umzuschalten. Stell dir vor, du fährst mit deinem Auto einen steilen Berg hinauf und dein Motor läuft im aktuellen Gang ganz gut, hat aber auch nicht mehr viel Kraft. Würdest du zu diesem Zeitpunkt hochschalten? Nein, natürlich nicht. So ist es auch bei der Meditation. Wenn wir mit unserem jetzigen Mantra viele Blockaden abbauen, ist das nicht der richtige Zeitpunkt, um in ein höheres Mantra (Gang) zu schalten. Wir machen einfach mit unserem jetzigen Mantra weiter und irgendwann werden wir sehen, wie sich unser Meditationsprozess klärt, wie mehr Stille aufkommt und weniger Blockaden zum Vorschein kommen. Nach einiger Zeit in dieser Situation, mindestens ein paar Monate, können wir den Wechsel vornehmen, wenn wir das wollen. Wenn wir das nicht wollen, ist das auch in Ordnung. Die gesamte Reise kann mit AYÄM oder mit der ersten Erweiterung gemacht werden, wenn wir das bevorzugen.

Wenn wir zu früh auf ein erweitertes Mantra umgestiegen sind, werden wir es schon bald merken. Wir werden uns fühlen, als würden wir durch Schlamm stapfen. Wir werden uns festfahren und bei unseren täglichen Aktivitäten keine guten Ergebnisse erzielen. Das ist nicht das Ende der Welt. Wenn wir uns weiterhin in dieser Situation wiederfinden, ist die Lösung einfach. Wir kehren einfach zu unserem vorherigen Mantra zurück und machen damit noch ein paar Monate weiter, oder so lange, bis wir den Punkt erreichen, an dem wir bereit sind, wieder hoch zu schalten. Selbstabstimmung, schon vergessen?

Ein Fehlstart mit einer Mantraerweiterung kann passieren, aber wir sollten ihn nach Möglichkeit vermeiden. Der Grund dafür ist, dass ein neues Mantra Zeit braucht, um sich zu etablieren. Wenn wir zu früh gewechselt haben und versuchen, uns mit dem neuen Mantra einzugewöhnen, und dann beschließen, zum vorherigen zurückzukehren, braucht es wieder Zeit, um das Muster des Mantras tief im Geist zu verändern. Aus diesem Grund ändern wir Mantras nicht oft, weder nach oben noch nach unten. Wir wollen mit unserem Mantra an einer Stelle in die Tiefe gehen. Die Erweiterungen sollen uns diesen Prozess erleichtern. Über diese grundlegenden Veränderungen hinaus wechseln wir unser Mantra nicht. Wir versuchen auch nicht, mehrere Mantras zu verwenden, nicht mit dem Ansatz in diesen Lektionen. Wir wollen die Fähigkeit kultivieren, bei jedem Sitzen in die Tiefe zu gehen. Das geht am besten, wenn wir nur ein einziges Vehikel benutzen: unser Mantra.

Nehmen wir uns also Zeit und tun wir alles, was wir können, um gute Fortschritte zu erzielen und gleichzeitig Stabilität und Komfort in unserer Routine zu bewahren.

Was diese zweite Erweiterung des Mantras angeht, wird es zweifellos einige Fragen geben, wofür die einzelnen Bestandteile sind. Warum gerade dieses Mantra?

Wie bereits vorherigen Erörterungen zu entnehmen war, geht es beim Mantra nicht um Sprache oder Bedeutung. Das Mantra sorgt auf jeder Stufe für eine stabile und progressive Schwingungsqualität tief im Nervensystem. Die Schwingungsqualität dient der maximalen Reinigung mit Komfort, und das kann jeder, der in seinem Nervensystem eine ekstatische Leitfähigkeit aufkommen hat, mit verschiedenen Mantra-Silben deutlich wahrnehmen.

Deshalb haben wir mit AYÄM als Anfangsmantra begonnen und nicht mit etwas anderem. AYÄM ist sehr ausgeglichen, stabil und progressiv in den Tiefen des Nervensystems. Hätten wir mit OM für die Tiefenmeditation begonnen, hätten wir zwar auch ein progressives Anfangsmantra gehabt, aber nicht so ein ausgeglichenes und stabiles Mantra tief im Nervensystem. Tatsächlich kann OM tief im Nervensystem Verwüstung anrichten, wenn es nicht vorher gereinigt wurde. Aus diesem Grund ist OM kein gutes Anfangsmantra. Wie bei so vielen Dingen im spirituellen Leben ist dies ein Paradoxon, denn OM kann man überall sehen und hören. Es steht sogar auf den Wänden der U-Bahnen! Dennoch ist OM keine gute Wahl für ein Anfangsmantra für Tiefenmeditation. OM eignet sich auch nicht so gut für eine erste Erweiterung, bei der wir das AYÄM erweitern und eine weitere Dimension der inneren Polarität in unserem Nervensystem entwickeln wollen. Das tun wir mit SCHRI, das ebenfalls progressiv und stabil ist und in die gewünschte neue Richtung geht. Wenn wir das dann geschafft haben, sind wir endlich bereit für OM.

Hinweis: OM eignet sich gut für traditionelles Chanten und Kirtans (hingebungsvolles Singen), die nicht so tief in das Nervensystem eindringen wie unsere sitzende Meditation. Verstehe diese Lektion also nicht dahingehend, dass OM nicht auf traditionelle Art und Weise verwendet werden sollte.

Manche denken vielleicht: "Was ist schon dabei? Ist der Aufbau des Mantras wirklich so heikel?"

Ja, das ist es. Wenn wir dem Geist helfen, zur Ruhe zu kommen, betreten wir die stille Ebene der größten Kraft in uns. Erinnere dich daran, dass dies auch der Ursprung von Samyama und Siddhis (Kräften) ist. Wenn wir in unserer sich entwickelnden Praxis zu früh mit einem Schwingungswinkel des Mantras beginnen, kann das eine Menge Aufruhr verursachen, da Blockaden entweder zu schnell oder in der falschen Reihenfolge gelöst werden. Im Umgang mit den inneren Abläufen tief im Nervensystem gibt es einfache und harte Wege, um den Hausputz durchzuführen. Wir werden uns immer für die einfachen Wege entscheiden, wenn wir sie finden können. Wir werden in einer anderen Lektion genauer auf die Gestaltung des Mantras eingehen.

Jetzt hast du die zweite Erweiterung des Mantras zur Hand und kannst sie anwenden, wann immer du bereit bist. Stürze dich nicht zu früh darauf. Sie wird da sein, wenn du sie brauchst, und ich weiß, dass du eine wunderbare innere Freude finden wirst, wenn du sie dann nutzt.

Der Guru ist in dir.

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