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Lektion 42 - Ist dieser Pranayama natürlich?

Von: Yogani
Datum: Donnerstag 11.12.2003 - 17:16 Uhr

Neue Besucher: Es wird empfohlen, das Archiv von Anfang an zu lesen, da die vorherigen Lektionen Voraussetzung für diese Lektion sind. Die erste Lektion lautet: "Warum diese Erörterung?"

F: Ich kämpfe damit, alle Teile der Spinalatmung zu verinnerlichen, und kann bisher nicht viel damit anfangen. Es scheint mir im Widerspruch zu deiner wiederholten Erwähnung zu stehen, wie "natürlich" diese Übungen doch sein sollen. Es ist ganz sicher anders als die Meditation, die ich als sehr einfach und angenehm empfinde. Soll Pranayama auch einfach und angenehm sein?

A: Ja, Pranayama wird einfach werden. Und "angenehm" ist eine Untertreibung. Ekstatisch ist eine bessere Beschreibung für das, was Pranayama wird. Es kann allerdings einige Zeit dauern, bis man es auf die Reihe bekommt. Nimm dir Zeit, um es dir anzueignen. Gib ihm eine faire Chance in deiner regelmäßigen Praxis und du wirst es nicht bereuen. Es wird Hilfe kommen in Form von neuen Übungselementen, die Pranayama noch viel vergnüglicher machen. Du wirst lernen, wie du alles von innen heraus erhellen kannst. Aber das Wichtigste zuerst. Mach dir die grundlegenden Gewohnheiten der Praxis zu eigen. Mit der Zeit wird es dann immer einfacher und angenehmer. Meditation ist für die meisten Menschen von Anfang an einfach und angenehm. Bei Pranayama kann es etwas länger dauern.

Ist Pranayama natürlich? Zweifellos ist Pranayama mit all seinen ergänzenden Elementen eine komplexe Praxis, die sich anfangs vielleicht nicht natürlich anfühlt. Aber wie bei der Meditation wird auch beim Pranayama eine natürliche Fähigkeit genutzt, die uns innewohnt. Im Falle der Meditation ist es die natürliche Fähigkeit des Geistes, ruhig zu werden und reines Glückseligkeitsbewusstsein zu erfahren. Man muss nur die richtigen Bedingungen in der Meditation schaffen und schon wird der Geist von selbst ruhig. Beim Pranayama nutzen wir die natürliche Fähigkeit des Nervensystems, sich zu verfeinern und von innen heraus ekstatisch zu strahlen. Die Ausgangsbedingungen zu schaffen, erfordert hier etwas mehr Arbeit. Aber wenn wir die nötigen Schritte durch Pranayama einmal gemacht haben, stellt sich der Zustand der ekstatischen Ausstrahlung von selbst ein. Wenn es einmal in Gang gekommen ist, geschieht es ganz automatisch. Dann weißt du ohne jeden Zweifel, dass dein Körper dafür geschaffen wurde, göttliche Ekstase aufrechtzuerhalten - eine echte Offenbarung. So wie das innere, stille Glückseligkeitsbewusstsein unser natürlicher Zustand ist, der durch Meditation hervorgerufen wird, so ist auch die ekstatische Ausstrahlung unser natürlicher Zustand, der durch Pranayama hervorgerufen wird. Einmal durch Pranayama angeregt, vertieft sich die ekstatische Ausstrahlung in der Meditation. Pranayama kultiviert den Nährboden unseres Nervensystems so weit, dass die Meditation eine dynamische Blüte des reinen Glückseligkeitsbewusstseins hervorbringen kann. Pranayama lässt den stillen Samen, den wir in der Meditation erwecken, zu ekstatischer Ausstrahlung heranwachsen, die dann großzügig in unser tägliches Leben überfließt.

Ziel ist es, die fortgeschrittenen Yogapraktiken so einfach wie möglich zu gestalten, damit sie angenehm sind und Freude bereiten. Andernfalls werden sich nicht viele damit befassen wollen. In den Anfangsphasen der Praxis ist manchmal etwas Geduld und Ausdauer gefragt. Wenn du weiterhin an deiner täglichen Praxis festhältst, werden die Erfahrungen stetig fortschreiten. Mit der Zeit wirst du zu deinem Meditationssitz eilen, weil die Ekstase, die dort aufkommt, so wunderbar ist. Und ehe du dich versiehst, wird die Ekstase überall sein. Die ganze Welt wird sich vor deinen liebenden Augen verwandeln.

Der Guru ist in dir. 

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