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Lektion 338 - Bhakti - Du bist das Tor

Von: Yogani
Datum: 17.06.2009

Neue Besucher: Es wird empfohlen, das Archiv von Anfang an zu lesen, da die vorherigen Lektionen die Voraussetzung für diese Lektion sind. Die erste Lektion lautet: "Warum diese Erörterung?"

Die klassische Definition von Bhakti Yoga ist Vereinigung durch Hingabe. Unter Hingabe verstehen wir den kontinuierlichen Fluss der Sehnsucht in Übereinstimmung mit einer Vision. Wir können die Vision auch als Ideal bezeichnen, und jeder von uns wählt es auf ganz individuelle und persönliche Weise.

Bhakti ist der wichtigste Motor für jeglichen spirituellen Fortschritt und für alle spirituellen Praktiken, die wir anwenden können, um unseren spirituellen Fortschritt zu fördern. Es ist unsere Sehnsucht, die geweckt werden muss, bevor wir die notwendigen Schritte unternehmen können, um zu wachsen. Sehnsucht ist ein Gefühl, ein Bedürfnis. Wir müssen nicht einmal wissen, wonach wir uns sehnen. Das Gefühl reicht aus, um die Dinge in Gang zu bringen, vorausgesetzt, wir sind bereit zu handeln. Die Sehnsucht kommt zuerst. Dann kommt die Handlung. Und durch das Handeln sehen wir mehr, was wir erfahren und wissen können, und unsere Sehnsucht wird dadurch noch weiter stimuliert.

Der soeben beschriebene einfache Prozess ist ein organischer Prozess und steht im Mittelpunkt jeder spirituellen Reise und jeder Religion. Es ist die menschliche Sehnsucht nach Antworten auf unseren letzten Zweck und unser Schicksal, die die Mechanismen der spirituellen Erfahrung und Verwirklichung überall auf der Erde antreibt. Und genauso treibt die menschliche Sehnsucht nach Wahrheit die Religionen an, die diesem wunderbaren Ziel dienen, sofern sie in der Lage sind, ihre politischen Ziele und institutionellen Beschränkungen zu überwinden. Es ist nicht so kompliziert.

Auch wenn uns gelehrt wurde, dass unsere Erlösung in den Händen dieses oder jenes Gottes oder einer religiösen Institution liegt, liegt unsere Erlösung in unseren eigenen Händen, entsprechend unserer eigenen Sehnsucht und der Bereitschaft, danach zu handeln.

Das menschliche Nervensystem ist das Zentrum allen spirituellen Fortschritts, nicht irgendeine Autorität außerhalb von uns.

Das heißt nicht, dass wir uns nicht der Gottheit oder dem Ideal unserer Kindheit widmen oder etwas anderem, zu dem wir uns in unserem Leben hingezogen fühlen. Es gibt zahllose Quellen spiritueller Inspiration und Energie in der Welt. Aber wir sind es, die das Ventil öffnen, damit diese Energie in unser Leben fließen kann. Wenn wir bereit sind, wird die spirituelle Energie fließen. Wenn das Ventil durch unsere eigene Sehnsucht und unser Handeln ständig geöffnet ist, werden wir in einem Zustand der Gnade leben. Fortwährende Bhakti und Gnade sind zwei Seiten der gleichen Medaille.

Wir können alles, was wir haben und tun, unserem Gott oder unserem gewählten Ideal in "aktiver Hingabe" geben. Es ist unsere eigene Hingabe, die die Freiheit und das Glück erschafft, die wir leben. Das ist Gnade. Es ist eine faszinierende Dynamik, die dem Satz "Je mehr wir geben, desto mehr empfangen wir" Glaubwürdigkeit verleiht.

Wir haben es selbst in der Hand. Aber nur in dem Maße, wie wir dazu bereit sind. Zum Glück ist es nicht alles oder nichts. Wir können uns Schritt für Schritt in die immer stärker werdende Dynamik der Bhakti einarbeiten und müssen dabei nicht "religiös" sein. Im Gegensatz zu dem, was man uns vielleicht beigebracht hat, gibt es auf dem Gebiet der Hingabe keine Absolutheit. Wir können mit den einfachsten Fragen beginnen, wie "Wer bin ich?" und "Warum bin ich hier?"

Wenn wir mit Sehnsucht fragen, werden die Antworten kommen und wir können von dort aus weitermachen. Das ist das Wunder von Bhakti. Sie ist sehr systematisch und kann mit dem effektiven Einsatz jeder Emotion funktionieren, die wir hier und jetzt erleben. Die Ergebnisse der angewandten Bhakti sind vorhersehbar und wiederholbar, was uns dazu veranlasst, Bhakti die Wissenschaft der Hingabe zu nennen. In den nächsten Lektionen werden wir uns mit den Einzelheiten dieses Themas befassen.

Die Reise der Bhakti und der spirituellen Transformation des Menschen ist ein Kontinuum, kein sofortiges Ereignis. Sie findet genau hier und jetzt statt, und unsere Erkenntnis der Wahrheit kann sich ganz natürlich in unserem Leben entwickeln. Wir müssen nicht auf einen Berggipfel rennen oder unsere Familie und Karriere gegen Roben und exotische Gurus eintauschen. Diese Verkleidungen sind unbedeutend im Vergleich zu einem sehnsüchtigen Herzen, das sich im normalen Leben ausdrückt. Erleuchtung hat nichts mit dem Ort oder dem Lebensstil zu tun. Es geht um unsere Sehnsucht und darum, wie sie sich in effektiven spirituellen Praktiken ausdrückt und wie sie sich ganz natürlich auf unser tägliches Leben auswirkt. Die Art von Bhakti, die wir hier erörtern, ist also keine unrealistische Einbildung. Sie ist hautnah und persönlich (siehe Lektion 112).

Der Guru ist in dir.

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