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Fortgeschrittene Yogapraktiken Haupt-Lektionen
Lektion 307 - Halluzinogene und Yoga Von: Yogani Datum:
19.02.2009 Neue Besucher: Es wird empfohlen, das Archiv von
Anfang an zu lesen, da die vorherigen Lektionen Voraussetzung für diese
Lektion sind. Die erste Lektion lautet: "Warum diese
Erörterung?" In den einheimischen Kulturen der Welt (einschließlich des alten
Indiens) wurden spirituelle Erfahrungen manchmal mit der Einnahme
halluzinogener, aus Pflanzen gewonnener Substanzen verbunden (und
ritualisiert). In der heutigen Zeit ist neben Alkohol auch der Konsum
solcher Substanzen zu Freizeitzwecken weit verbreitet, vor allem Marihuana,
bestimmte Arten von Pilzen und synthetische Substanzen, insbesondere LSD,
das in der Gegenkultur der 1960er und 1970er Jahre zu großer Bekanntheit
gelangte. Viele Menschen aus dieser Zeit geben an, dass ihre Erfahrungen mit
Drogen dazu beigetragen haben, sie später auf einen ernsthaften und
drogenfreien spirituellen Weg zu bringen. Das lässt sich nicht leugnen.
Damit bleiben zwei Fragen offen. Erstens: Sind Drogenerfahrungen
notwendig, um einen spirituellen Weg einzuschlagen? Die Antwort ist
natürlich nein, denn viele Menschen streben nach spirituellem Erwachen, ohne
dass eine Drogenerfahrung den ersten Anstoß gegeben hat. Man kann jedoch
sagen, dass in vielen Fällen eine Art anfänglicher veränderter
Bewusstseinszustand zu der Inspiration und Sehnsucht nach einem dauerhaften
Erwachen geführt hat. Eine solche erste Erfahrung kann durch einen Unfall,
eine Krankheit, ein spontanes inneres Erwachen, eine spirituelle Vision oder
ein anderes lebensveränderndes Ereignis ausgelöst werden. Vielleicht weiß
der/die Aspirant/in aber auch einfach im Inneren, dass es mehr im Leben gibt
als das konventionelle Wissen, das die Gesellschaft bietet. Die Saat der
spirituellen Sehnsucht kann aus vielen Gründen keimen. Letztlich kommt der
Ruf von innen. Drogen sind nur eine von vielen Möglichkeiten, wie
Menschen dazu inspiriert werden können, eine breitere Möglichkeit im Inneren
zu verfolgen. In fast allen Fällen, in denen ein erster veränderter Zustand
erlebt wird, ist dies nur ein Vorgeschmack und nicht der Beginn einer
dauerhaften spirituellen Transformation. Es ist wichtig zu erkennen, dass
eine bestimmte spirituelle Erfahrung kein endgültiges Ergebnis darstellt. Um
sich auf ein endgültiges Ergebnis im Sinne eines spirituellen Fortschritts
hinzubewegen, ist eine andere Strategie erforderlich, die systematisch und
allmählich die Reinigung und Öffnung des Nervensystems für seine vollen
Fähigkeiten fördert. Das führt zur zweiten Frage: Sind Drogen
eine Hilfe für eine kontinuierliche Yogapraktik? Wenn die künstliche
Erfahrung, die durch Drogen erzeugt wird, einen anfänglichen Nutzen hat,
dann wird uns die Wiederholung dieser Erfahrung wahrscheinlich nicht
weiterbringen. Dies anzunehmen, ist ein Irrglaube - das
"Zaubermittel-Syndrom". Wenn wir mit halluzinogenen Drogen weitermachen, um
eine bestimmte Erfahrung zu wiederholen, werden wir das Gegenteil bewirken,
indem wir die Blockaden in unserem Nervensystem noch verstärken.
Bei der spirituellen Entwicklung geht es nicht in erster Linie darum, einen
vorübergehenden Erfahrungshöhepunkt zu erleben. Vielmehr geht es um ein
natürliches und dauerhaftes Erwachen, das nur durch ständige tiefe innere
Reinigung erreicht werden kann. Deshalb wird jeder, der täglich
Tiefenmeditation praktiziert, feststellen, dass das Verlangen nach
Substanzen, die künstliche Erfahrungen erzeugen, nachlässt. Das gilt für
halluzinogene Drogen, Alkohol, Tabak, Koffein und Essgewohnheiten, die den
natürlichen Ausdruck des göttlichen Lichts, das aus unserem Inneren
aufsteigt, verzögern. Der Guru ist in dir.
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