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Lektion 210 - Umgang mit automatischem Yoga und Siddhis

Von: Yogani
Datum: Mittwoch 16.06.2004 - 16:18 Uhr

Neue Besucher: Es wird empfohlen, das Archiv von Anfang an zu lesen, da die vorherigen Lektionen Voraussetzung für diese Lektion sind. Die erste Lektion lautet: "Warum diese Erörterung?"

F: Ich brauche eine kleine Klarstellung. Bei der Tiefenmeditation gehe ich automatisch in den Jalandhara (Kinnverschluss). Wenn ich versuche, die Haltung zu korrigieren, verschwindet das Gefühl des "Drinnen-Seins", das sich seit Beginn der Meditation aufbaut. Wenn ich nicht aus dem Jalandhara herauskomme, werde ich nicht abgelenkt, aber ich mache mir Sorgen, dass ich mich beim Meditieren nicht an die "Nur-Meditation"-Routine halte. Bitte gib mir einen Rat.

A: Automatisches Yoga mir körperlicher Ausprägung ist während der Meditation und auch im Samyama üblich. Der Grund dafür ist, dass wir tief in unser reines Glückseligkeitsbewusstsein eintauchen und das Nervensystem dann einen Drang verspürt, den Reinigungsprozess zu unterstützen. Du hast den richtigen Ansatz, deine Meditationspraxis mit deiner Aufmerksamkeit zu favorisieren. Wenn unser Körper in eine bestimmte Richtung geht, kämpfen wir weder dagegen an, noch klammern wir uns daran. Genauso gehen wir auch mit Gedanken oder anderen Dingen um, die in unserer Meditation aufkommen. Wir müssen uns also nicht darum kümmern, ob der Jalandhara (Kinnverschluss) vorhanden ist oder nicht. Es wird sich um sich selbst kümmern, wenn wir uns um unsere Meditation kümmern.

Ich kann dir mit Gewissheit sagen, dass sich der automatische Yoga verändern wird, wenn wir tagein, tagaus unsere Übungen fortsetzen. Wir nehmen einfach hin, was auch immer gerade passiert. Es ist Reinigung. Der Jalandhara wird einem anderen Energieereignis Platz machen. Andere haben geschrieben, dass sich der Kopf zurückzieht, der Oberkörper nach vorne geht, Zittern, schnelles Atmen (automatische Bastrika), Schluchzen und so weiter. 

Bei Samyama kann es sogar noch dramatischer werden - wie auf dem Bett herumhüpfen oder wie ein Löwe brüllen. Wir gehen immer gleich damit um und favorisieren leichtgängig die Praxis, die wir gerade machen. Siddhis (Kräfte) im Anfangsstadium, die mit der Samyama-Praxis unvermeidlich sind, sollten genauso behandelt werden - wenn sie aufkommen, gehen wir einfach leichtgängig zu der Praxis zurück, die wir gerade machen. Es ist eine Reinigung, die im Nervensystem stattfindet. 

Automatisches Yoga ist ein Symptom der Praxis, nicht die Praxis selbst. Am besten halten wir uns an die primären Ursachen, d.h. an unsere Meditation, Pranayama, Samyama und andere Praktiken. Automatisches Yoga ist ein Indikator für den Fortschritt auf dem Weg zur Erleuchtung und wird nachlassen, wenn unser Nervensystem zunehmend gereinigt wird. Je weniger Reibung (Blockade) es im Nervensystem gibt, desto weniger werden die körperlichen Bewegungen sein und desto angenehmer wird es im Inneren sein. 

Irgendwann werden wir ganz normal da sitzen, erfüllt von ozeanischen Wellen ekstatischer Glückseligkeit. Nur das Glühen der göttlichen Liebe wird uns verraten. 

Der Guru ist in dir.

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