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Fortgeschrittene Yogapraktiken Haupt-Lektionen
Lektion 193 - Sicheres Verlängern der Übungszeit Von: Yogani
Datum: Dienstag 18.05.2004 - 14:08 Uhr Neue Besucher: Es wird
empfohlen, das Archiv von Anfang an zu lesen, da die vorherigen Lektionen
Voraussetzung für diese Lektion sind. Die erste Lektion lautet: "Warum
diese Erörterung?" F: Am letzten Sonntag hatte ich viel freie
Zeit. Während der Meditation habe ich die Dauer verdoppelt. Zuletzt konnte
ich den Herzschlag in meinem Kopf spüren und hören. Sollte ich immer länger
als 20 Minuten meditieren, um bessere Ergebnisse zu erzielen? A:
Danke, dass du mir schreibst und dich mitteilst. Dein
spiritueller Enthusiasmus (Bhakti) ist wunderbar, und du kannst ihn sicher
nutzen, um deine Praxis zu erweitern. Es kann jedoch schädlich sein, wenn du
deine Meditationen plötzlich deutlich über die 20-Minuten-Richtlinie hinaus
verlängerst. Jede Veränderung sollte ganz allmählich erfolgen, immer nur
fünf Minuten auf einmal, wobei jeder Schritt stabilisiert und als Teil
deiner regelmäßigen Routine über Wochen und Monate beibehalten werden
sollte. 30 Minuten Meditationszeit sind eine vernünftige Grenze. Es ist
nicht gut, wenn du die Meditationszeit jeden Tag und jede Woche veränderst.
Wenn du es übertreibst, könnten zu viele Blockaden herauskommen und du
könntest Unbehagen, Reizbarkeit im Alltag usw. bekommen. In
Lektion 159 findest du ein Beispiel für diese Art von
Schwierigkeiten beim Meditationszeitmanagement. Es gibt eine
Möglichkeit, die Meditation und alle Praktiken systematisch zu steigern,
wenn du an einem Wochenende oder im Urlaub keine Verpflichtungen hast oder
im Ruhestand bist. Dazu wiederholst du deine gesamte Routine am Morgen ein
zweites Mal - du fügst eine Praxiseinheit für ein oder zwei Tage an einem
Wochenende oder im Urlaub hinzu, oder du machst dies auch fortlaufend, wenn
du im Ruhestand oder auf einem längeren Retreat bist. Das bringt eine enorme
Reinigung und eine tiefere Schubkraft in den spirituellen Fortschritt. Es
ist sehr wichtig, dass du dabei frei von Verpflichtungen bist, sonst kann es
zu Unbehagen und unangenehmen Erfahrungen führen, weil so viel von innen
heraus freigesetzt wird. Wenn du drei Routinen an einem Tag durchführst, ist
es wichtig, dass du am Nachmittag und Abend eine leichte Aktivität wie einen
lockeren Spaziergang machst und einen sanften (sozialen) Satsang hältst.
Diese leichte Aktivität hilft, den Prozess der Freisetzung von Blockaden aus
dem Nervensystem auszugleichen. Bei zwei Morgenroutinen ist die
Reihenfolge der Übungen Asanas, Pranayama (alle die bis dato gemacht
werden), Meditation, Samyama (falls gemacht wird), Yoni Mudra, Ruhephase
(mindestens 10 Minuten im Liegen)... und dann wieder von vorne beginnen. Am Abend sollte nur eine Übung gemacht werden, also drei
vollständige Übungen an einem Tag. Wenn du also ehrgeizig bist,
kannst du das ausprobieren. Sei nicht überrascht, wenn sich innerlich eine
Menge löst. Fortgeschrittene Yogapraktiken sind täuschend einfach und sehr
kraftvoll - besonders die Tiefenmeditation. Wenn die Freisetzungen einmal zu
viel werden, dann schalte die Übungen sofort auf eine stabilere Routine
zurück. Behalte immer die Selbstabstimmung im Hinterkopf, vor
allem wenn du neue Praktiken beginnst oder dich auf längere Übungszeiten
einstellst. Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem gewählten
spirituellen Weg. Der Guru ist in dir.
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