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Fortgeschrittene Yogapraktiken
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Lektion 14 - Es passiert nicht viel in der Meditation
 
Von: Yogani
Datum: Dienstag 18.11.2003 12:56 Uhr
 
F: Vielen Dank für die Meditationsanweisungen. Es scheint bei mir aber nicht zu funktionieren...  Bin ich einfach nicht dafür geeignet?

A: Unsere Nervensysteme sind für die Erfahrung glückseliger Stille angelegt. Tatsächlich sind wir dafür geschaffen. Kein menschliches Wesen ist da eine Ausnahme. Allerdings enthält jedes Nervensystem Blockaden, die es zu lösen und auszuspülen gilt - Lebenszeiten voll angesammelter Unreinheiten, die unseren natürlichen Zustand daran hindern, sich in der Welt zu manifestieren, und die uns daran hindern, nach innen zu sehen. Die Praktiken des Yoga befassen sich mit der Beseitigung dieser Blockaden. Yoga ist ein Reinigungsprozess. Es ist die Reinigung, die die Einheit zwischen unserer inneren und äußeren Natur hervorbringt. Während der Meditation wissen wir, dass der Prozess funktioniert, wenn wir das Mantra verlieren und uns später in anderen Gedanken wiederfinden. Während des Meditationsvorgangs sind diese anderen Gedanken ein Symptom dafür, dass etwas losgelöst worden ist. Wenn wir das bemerken, kehren wir zum Mantra zurück und setzen den Prozess fort. Es ist wichtig, locker mit dem Mantra umzugehen, nicht an einer klaren mentalen Aussprache festzuhalten, nicht an einer unklaren mentalen Aussprache festzuhalten, überhaupt nicht festzuhalten, sondern einfach mit ihm zu sein. Wenn wir diese Gewohnheit der Leichtigkeit entwickeln, wird der Geist ganz natürlich zur Ruhe kommen. Es ist ein natürlicher Prozess unseres Geistes, den wir unterstützen.

Bis jetzt waren alle unsere bewussten Gedanken darauf ausgerichtet, sich im Geist nach außen zu manifestieren und in die Welt zu gehen. Das Mantra AYÄM dient dazu, nach innen in die De-Manifestation zu gehen und uns zur Quelle unserer Gedanken zu führen, zur Quelle von uns selbst, dem reinen Bewusstsein, dem grenzenlosen Gewahrsein. Aber das wird nicht immer auf solch glorreiche Art und Weise erlebt. Oft ist es nur so, dass wir das Mantra verlieren, eine angenehme unerklärliche Zeit ohne Mantra und ohne Gedanken verbringen, uns dann wieder der Gedanken bewusst werden und dann zum Mantra zurückkehren. Der Reinigungsprozess geht weiter. Das ist eine perfekte Meditation. Das ist die Gewohnheit, die wir jeden Tag in der Meditation kultivieren wollen, denn sie wird uns ins Unendliche führen. Mit dem fortschreitenden Reinigungsprozess werden auch Erfahrungen einhergehen. Aber die Erfahrungen oder ihr Ausbleiben sind nicht das Maß für die Richtigkeit des Meditationsverfahrens. Das Verfahren ist sehr spezifisch, und wir mögen an einem bestimmten Tag eine innere Ausdehnung spüren oder eben auch nicht. Verstehst du?

In gewisser Weise ist es wie das Graben nach einem Schatz. Gutes Graben bedeutet, die Erde auf eine ganz bestimmte Art und Weise zu bewegen, die uns effizient dorthin bringt, wo die Kiste voller Gold auf uns wartet. Das Graben selbst sieht vielleicht nicht aus wie eine Kiste voller Gold. Dennoch ist es das Graben, das zu dem Gold führt. Die gute Nachricht bei der Meditation ist, dass wir oft einen Blick auf das Gold erhaschen, während wir graben, aber auch, wenn wir nicht graben, sondern unseren normalen täglichen Aktivitäten nachgehen. Unsere Erfahrung mit dem Gold reichert sich mit der Zeit an, wenn wir täglich meditieren. Dann, eines Tages, erkennen wir, dass wir das Gold sind. Wir haben lange darauf hingearbeitet und alles hat sich verändert. Vom ersten Tag an beginnen wir, die Welt anders zu sehen, denn durch den inneren Reinigungsprozess werden wir zu dem, was der Welt zugrunde liegt. Wir waren es von Anfang an. Mit Yoga reinigen wir das Fenster unseres Nervensystems und entwickeln eine klare Wahrnehmung, dass dies die Wahrheit ist. Das ist es, was wir sind. Das Geheimnis des Lebens wird aufgedeckt. Wir sind das, was allem zugrunde liegt. Wir sind die ewige Glückseligkeit!

Also bleib dran. Schüre kontinuierlich das Feuer deiner Sehnsucht, die Wahrheit in dir zu erkennen. Das wird dich am Laufen halten. Auf dem Weg dorthin wirst du positive Rückmeldungen aus deinem Inneren erhalten. Meditiere weiterhin zweimal täglich für zwanzig Minuten. Wenn deine Erfahrungen tiefer werden, wirst du nicht aufhören wollen, diese natürliche Fähigkeit, nach innen zu gehen, zu fördern, denn es ist dein eigenes Selbst, das du aufdeckst. Du wirst dich selbst vorantreiben.

Mit der Zeit werden wir fortgeschrittene Yogapraktiken hinzufügen, die die Kraft der Meditation erheblich steigern werden. Wenn ein robuster Gartenschlauch nicht den ganzen Schmutz entfernt, haben wir die Möglichkeit, den Schlauch an einen Hochdruckreiniger anzuschließen.

Der Guru ist in dir.

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