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Fortgeschrittene Yogapraktiken Haupt-Lektionen
Lektion 395 - Die Macht von Stift und Tastatur Von: Yogani
Datum: 27.04.2010 Neue Besucher: Es wird empfohlen,
das Archiv von Anfang an zu lesen, da die vorherigen Lektionen Voraussetzung
für diese Lektion sind. Die erste Lektion lautet: "Warum
diese Erörterung?" Wir alle kommen über einen inneren Dialog zu spirituellen Praktiken.
Zweifellos haben wir irgendwo von den Möglichkeiten gehört oder gelesen, wie
wir die Qualität unseres Lebens durch Tiefenmeditation und andere praktische
Techniken verbessern können. Doch bevor wir etwas unternommen haben, fand
ein inneres Gespräch statt. Ein Gespräch mit uns selbst. Oder genauer
gesagt, ein Gespräch mit unserem Selbst (großes "S"), d.h. eine Interaktion
in der Stille unseres inneren Reiches, dem Guru in uns, der uns immer zu
mehr Fülle und Glück im Leben hinzieht. Sobald wir diese Verbindung
hergestellt haben, und sei es auch nur ein bisschen, haben wir gespürt, dass
es Zeit ist zu handeln, und das haben wir getan. In einem ständigen inneren
Dialog haben wir unsere Übungen über Wochen, Monate und Jahre hinweg
fortgesetzt und sind der Freiheit der Erleuchtung immer näher gekommen. Schreiben kann eine wunderbare Hilfe auf unserem spirituellen Weg
sein. Wenn wir Worte auf ein Blatt schreiben, sehen wir eine Version unseres
inneren Dialogs. Wir nennen es eine "Version", denn je nach der Dauer
unserer Erfahrung mit dem Schreiben, kann das, was wir sehen, eine klare
oder verzerrte Sicht auf unsere innersten Schwingungen sein. Schreiben ist
wie ein Spiegel unseres Innenlebens. Je weiter der Spiegel entwickelt ist,
desto klarer ist der Blick. Wenn unser Innenleben in Scherben liegt, sehen
wir das natürlich auch beim Schreiben, und dort finden wir vielleicht
Möglichkeiten, uns selbst zu helfen, die Dinge zu klären, ähnlich wie in
einem inneren Dialog. Der Vorteil des Schreibens ist, dass wir es im
Allgemeinen besser sehen können als die sich ständig verändernde Vielzahl
unserer Gedanken, Gefühle und Empfindungen. Wenn wir es einmal
aufgeschrieben haben, steht es da und starrt uns ins Gesicht zurück.
Schreiben kann die Dinge wunderbar vereinfachen. Was sollen wir jetzt damit
anfangen? Dieses direkte, "unverblümte" Merkmal des Schreibens
eignet sich gut zur Problemlösung auf jeder Wahrnehmungsebene und
insbesondere zur Selbstergründung, unabhängig davon, welchen Stil wir
bevorzugen. Aber beim Schreiben geht es um mehr als nur um Problemlösung.
Wenn unser Schreiben durch Übung unsere innere Natur besser widerspiegelt
und wir durch tägliche spirituelle Praxis in unserer inneren Reinigung und
Öffnung vorankommen, kann uns das Schreiben viel tiefer in die Wahrnehmung
unseres inneren Dialogs führen. Es kann zu einer Reflexion der subtilsten
Schwingungen in uns werden, zu einer Reflexion unserer subtilsten Regungen
in der Stille. Dabei können Wahrnehmungs- und Kreativitätsebenen erschlossen
werden, die uns vorher nicht zugänglich waren, eine Leitung von dem Ort in
uns, an dem große Kraft und Genialität leben. Durch das Schreiben können wir
zu einem Kanal dafür werden. Und wer weiß, was daraus Gutes entstehen kann?
Es ist der Ort in uns, der ewig ist und keine Angst kennt. Es ist die
göttliche Quelle. Das Schreiben kann eine direkte Verbindung zu Dem
herstellen. Es gibt eine Entwicklung von einem äußeren, relativ zufälligen
und dabei innerlich uninformierten Schreiben hin zu einer inneren,
hochgradig erleuchteten Art des Schreibens. Wenn wir unsere spirituellen
Praktiken beibehalten und weiter schreiben, können diese beiden
Entwicklungsbereiche in einem göttlichen Ausströmen verschmelzen. All dies dient unserem Wachstum und letztlich dem Wachstum aller. Wenn
wir unseren internen Dialog, in welcher literarischen Form auch immer
(Prosa, Poesie, Fiktion usw.), schriftlich festhalten, entsteht ein Weg, dem
wir folgen können. Ob wir uns nun Fragen stellen oder Grundsätze über
Wahrheit aufstellen, seien sie richtig oder falsch, wir werden entsprechend
beeinflusst und wachsen. Wir werden verändert. Das Führen eines
privaten Journals ist seit langem als nützliche Methode zur
Selbstverbesserung bekannt. In Kombination mit täglichen spirituellen
Praktiken wie Tiefenmeditation, Spinalatmung und verwandten Methoden kann
uns das Schreiben in neue Dimensionen führen, die uns sowohl inspirieren als
auch informieren können. Regelmäßiges Schreiben kann uns zumindest dazu
ermutigen, unsere täglichen Praktiken fortzusetzen, da wir die
Veränderungen, die in uns vor sich gehen, im Spiegel unserer sich stetig
verfeinernden geschriebenen Worte klarer erkennen können. Das allein macht
das Schreiben sehr wertvoll. Schreiben ist nicht nur ein Mittel
zur Selbstkommunikation und eine Hilfe für unsere individuelle spirituelle
Entwicklung, sondern kann auch ein Mittel sein, um unseren inneren Dialog
mit anderen zu teilen und mit anderen über jedes erdenkliche Thema zu
kommunizieren. Wenn wir an andere Personen oder an die Öffentlichkeit
schreiben, tun wir in der Regel beides gleichzeitig: Wir teilen unser
Innenleben, auch wenn wir versuchen, anderen zu helfen, engeren Kontakt zu
ihrem eigenen Innenleben zu finden. Oder vielleicht sind wir geneigt, andere
davon zu überzeugen, sich unserem Standpunkt anzuschließen. Wie in allen
menschlichen Beziehungen läuft es nicht immer so, wie wir es gerne hätten
oder wie es unserem Leser gefallen würde. Solange wir uns selbst treu
bleiben und uns gleichzeitig unserer Verantwortung gegenüber anderen bewusst
sind (helfen, ohne zu verletzen), kann aus schriftlicher Kommunikation viel
Gutes entstehen. In den vergangenen Jahrhunderten hieß es, die
Feder sei mächtiger als das Schwert. In der heutigen Zeit könnte man sagen,
die Tastatur sei mächtiger als die Rakete. Das bedeutet, dass die Kraft der
Ideen schon immer größer war und immer größer sein wird als physische
Gewalt. Schreiben ist ein fließendes Medium, das aus unserer gemeinsamen
inneren Quelle entspringt. Aufgrund dieser zugrunde liegenden inneren
Verbindung wird unser Schreiben früher oder später geläutert und zu einem
Spiegelbild der inneren Stille, die wir sind. Dasselbe gilt für das ganze
Leben. Unsere Quelle kann uns nicht für immer verborgen bleiben. Je tiefer
wir in das Schreiben eintauchen, desto tiefer tauchen wir in uns selbst ein.
Mit spirituellen Praktiken wird unser Schreiben schließlich zu einem reinen
Spiegelbild des sich ausdehnenden inneren Lebens, das aus dem natürlichen
Prozess der menschlichen spirituellen Transformation hervorgeht. Und das
kann mit vielen geteilt werden. Wenn es weitergetragen wird, kann die Kraft
der Wahrheit in jenen verstärkt werden, die lesen, die damit resonieren und
die in diesem Sinne schreiben. Darin liegt eine große transformative Kraft. Wie wir in der vorherigen Lektion (#394) erörtert haben, hat der
Aufstieg des Internets vielen spirituellen Praktikern die Möglichkeit
eröffnet, sich Gemeinschaften anzuschließen. Dies ist ein schriftlicher
Beitritt, der weit über die Worte auf einem Bildschirm hinausgeht und somit
eine hochentwickelte Form der Kommunikation darstellt, die das Potenzial
hat, Leben zu verändern und alle menschlichen Unternehmungen auf der ganzen
Welt zu erleuchten. Wer dies bezweifelt, muss nur beobachten, wie das
Internet die Kommunikation verändert und greifbare Fortschritte in vielen
Tätigkeitsbereichen ermöglicht hat. Auch im Bereich der spirituellen
Transformation des Menschen finden diese Veränderungen statt. Sie geschehen
durch das Schreiben und durch die transzendenten Effekte des interaktiven
Schreibens. Viel Gutes kommt dadurch zustande. Gibt es auch eine
Kehrseite? Wo es Dualität gibt, gibt es Vor- und Nachteile. Damit werden wir
uns in der nächsten Lektion befassen. In der Zwischenzeit kann
das regelmäßige individuelle Führen eines Journals ein Segen für unsere
spirituelle Praxis sein. Oft hätten wir gerne jemanden, mit dem wir über
unsere Praktiken und Erfahrungen sprechen können. In Wahrheit steht uns das
immer zur Verfügung. Wir können unseren inneren Dialog, unsere Sehnsüchte
und unsere Einsichten schriftlich ausdrücken, egal wo wir uns befinden. Und
wir können schriftlich mit anderen teilen, wie es uns beliebt. Das kann uns
auf unserem Weg helfen. Es ist immer gut, mit dem Göttlichen in uns in
Kontakt zu bleiben. Der Guru ist in dir.
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