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Fortgeschrittene Yogapraktiken
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Lektion 165 - Sehnsucht und Veränderung

Von: Yogani
Datum: Dienstag 13.04.2004 - 16:23 Uhr

Neue Besucher: Es wird empfohlen, das Archiv von Anfang an zu lesen, da die vorherigen Lektionen Voraussetzung für diese Lektion sind. Die erste Lektion lautet: "Warum diese Erörterung?"

F: Ich habe die Sehnsucht, meinen Lebensplan zu verwirklichen, sehr intensiv erlebt. Was passiert, wenn das Fundament deiner bisherigen Überzeugungen durch neue Entdeckungen (Yoga, Meditation, Reinkarnation) erschüttert wird und deine Sehnsucht und Motivation für die meisten Dinge verschwindet?

A: Unsere Sehnsucht wird uns bis zu unserem Ziel tragen. Manchmal kann unsere Sehnsucht, eine bestimmte Sache zu erreichen, uns zu überraschenden Enthüllungen über die Wahrheit führen, und wir stellen fest, dass wir gezwungen sind, unsere Ausrichtung zu ändern. Veränderung kann verwirrend sein, aber ist die Entdeckung der Wahrheit nicht eine gute Sache? Es ist eine Geburt. Und wie jede Geburt ist es eine Veränderung des Status quo. Dennoch muss die Welt nicht auf den Kopf gestellt werden. Wir sind heute Zeugen einer Erfüllung, nicht einer Zerstörung.

Es gibt viele Wege, damit umzugehen - scheinbar so viele Wege, wie es Menschen gibt, denn wir alle reagieren unterschiedlich auf unsere veränderten Erkenntnisse und Umstände.

In den Lektionen wird ein schrittweises Vorgehen empfohlen. Das ist eigentlich ziemlich schnell, wenn man bedenkt, wie schnell man sich mächtige spirituelle Praktiken aneignen kann. Aber gleichzeitig geht der Alltag weiter, und die Lektionen empfehlen nicht, unsere Familie, unseren Beruf, unsere Kultur oder unseren religiösen Hintergrund wegzuwerfen. Die Wahrheit sickert überall im Leben durch. Wir sind uns dessen nur bisher nicht so bewusst gewesen. Das Licht kommt überall zum Vorschein. Wenn wir erleuchtet werden (und das werden wir alle), dann kann und wird es genau dort geschehen, wo wir uns in unserem jetzigen Leben, unserer Familie, unseren Aktivitäten usw. befinden. Warum auch nicht?

Früher dachte man, wir müssten in einen Ashram gehen, aus der Gesellschaft "aussteigen" und unsere weltlichen Ambitionen aufgeben. Paradoxerweise ist das eine altmodische Strategie, die auf Äußerlichkeiten beruht. Wir müssen nirgendwo hingehen. Wir müssen auch nicht unsere weltlichen Ziele aufgeben, denn auch diese sind von Gott gesponnen. Wenn wir tief in uns hineinschauen, werden wir feststellen, dass in unseren Grundüberzeugungen Platz für das Licht der Wahrheit ist, und das gilt auch für den Rest unseres Lebens, so wie es heute ist. Tatsächlich braucht der Alltag das, was Yoga bringt, und es ist nicht so unvereinbar, wie es vielleicht scheint. Geh einfach in die Tiefenmeditation in deine Stille und überzeuge dich selbst.

Manche würden alle Traditionen der Welt auflösen, um Platz für das Neue zu machen. Ich bin nicht dafür. Alle Traditionen der Welt werden mit der gleichen wunderbaren Wahrheit Gottes erblühen, die sie ursprünglich hervorgebracht hat. Es sind die menschliche Sehnsucht und das spirituelle Unternehmertum (die tägliche Praxis), die die alten Werte, Überzeugungen und Traditionen von innen heraus beleuchten werden.

Wirf also deine Grundüberzeugungen nicht weg. Lass sie im lebendigen Licht baden, das aus deinem Inneren strömt, wenn du dich mit Meditation, Spinalatmung und den übrigen fortgeschrittenen Yogapraktiken auf dein eigenes Experiment der menschlichen spirituellen Transformation einlässt. Du wirst feststellen, dass die meisten deiner Grundüberzeugungen gut sind und nur eine natürliche Auffrischung von innen brauchen. Was nicht real ist, wird verblassen und die Wahrheit wird umso heller aus dir herausleuchten.

Nenn es eine Wiederbelebung dessen, was du bist - eine Heimkehr.

Die Welt ist nicht schwarz oder weiß. Wahrheit und Unwahrheit sind in allem vermischt. Es ist besser, mit spirituellen Praktiken ein helles Licht auf alles zu werfen, bevor du dich entscheidest, radikale Veränderungen vorzunehmen oder etwas wegzuwerfen. Nach einiger Zeit in der täglichen spirituellen Praxis wirst du wissen, was zu tun ist. Da gibt es nichts was man fürchten muss...

Der Guru ist in dir. 

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